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Biathlon-Trauerspiel in Ruhpolding droht: Herrmann-Wick „blutet das Herz“

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Von: Johannes Skiba

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Der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding am Mittwoch (11. Januar) wird bei etwa acht Grad stattfinden. Schnee aus dem Vorjahr muss Abhilfe schaffen.

Ruhpolding – Der Biathlon-Sport steht in Zukunft vor einer gewaltigen Herausforderung. Die überdurchschnittlich hohen Temperaturen der Wintermonate haben tiefgreifende Auswirkungen auf den Wintersport. In Ruhpolding wird für den Weltcup ab Mittwoch (11. Januar) der eingelagerte Schnee aus dem Vorjahr auf die Strecke gebracht. Ob der Wettkampf überhaupt stattfinden kann, hängt vom Wetter der nächsten Tage ab.

„Es ist wirklich schlimm, da blutet mir auch das Herz, wenn ich da bin und sehe, wie die Natur gerade erwacht, als wäre es schon Frühling“, sagte Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick der dpa. „Wir zittern alle und fiebern auf den Heim-Weltcup hin. Wir hoffen, dass coole Bedingungen sind, aber es sieht wirklich traurig aus.“ Der Regen in Ruhpolding soll anhalten, darüber hinaus bis zu acht Grad warm. Laut IBU soll das Rennen dennoch nicht in Gefahr sein.

Denise Hermann-Wick (Deutschland), DSV-Kader der Damen, aus der Strafrunde 10 km Verfolgung der Frauen, AUT, BMW IBU Wel
Die deutsche Biathletin Denise Hermann-Wick bei einem Rennen. © Medvey/imago

Möglichkeiten Wintersport zu treiben schwinden in Mitteleuropa

Dieses Problem wird in den nächsten Jahren öfter und an immer mehr Orten auftreten. Klimaforscher Werner Aeschbach vom Institut für Umweltphysik in Heidelberg sagt der dpa: „Die Gebiete, in denen es Schneesicherheit gibt, werden weniger“ und fügt an: „In 2000 Metern wird es aber immer noch viel Schnee geben. Unter 1000 Meter gibt es diese Sicherheit aber eben mittelfristig nicht mehr.“

Es wird schwerer, Wintersport in Mitteleuropa auszuführen. Biathlet Roman Rees lässt dies nicht kalt: „Das beschäftigt mich, denn ich merke, dass sich etwas verändert.“ Diese Änderungen sind aber für den 29-Jährigen kein Phänomen, das erst in dieser Saison zum Vorschein kam: „Schon wenn ich vier Jahre zurückschaue, merke ich, dass etwas mit dem Winter nicht stimmt.“

Vielerorts kein Biathlon-Training möglich

Selbst die Trainingsmöglichkeiten fallen für viele Biathletinnen und Biathleten weg. Eine Vorbereitung auf den Weltcup war in Ruhpolding selbst nicht möglich. Auch in Oberhof, wo in rund einem Monat die WM stattfinden soll, war es zu warm. In Anbetracht der schlechten Form des DSV-Teams kommen diese schlechten Rahmenbedingungen zu einem ebenso schlechten Zeitpunkt. (jsk)

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