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Emotionsgeladen: Britta Heidemann.
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Emotionsgeladen: Britta Heidemann.

Fechten

Bestechende Botschafterin

  • VonKatja Sturm
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Britta Heidemann macht nicht nur auf der Planche eine gute Figur. In Antalya gilt es, den WM-Titel zu verteidigen. Von Katja Sturm

Was zählt, ist der Moment. Aug´ in Aug´ mit der Kontrahentin spielen vergangene Erfolge, Medaillen, Titel keine Rolle. Dann, sagt Britta Heidemann, setze sie sich nur mit der vor ihr stehenden Gegnerin auseinander. Dass sie dabei bei der heute beginnenden Fecht-Weltmeisterschaft im türkischen Antalya die Gejagte sein wird, "das mag für andere relevant sein". Für sie, die Olympiasiegerin, die aktuelle Welt- und Europameisterin, nicht.

Nach acht Jahren in der Weltspitze kennt die 26-Jährige das Geschäft mit dem Degen gut genug, um zu wissen, dass auch für eine Favoritin schnell Schluss sein kann. Doch zuletzt galt die gebürtige Kölnerin auf der internationalen Planche fast als unschlagbar.

Britta Heidemann ist das Gesicht des deutschen Fechtsports - obwohl die männlichen Florettspezialisten in Peter Joppich ja ebenfalls einen Weltmeister und in Benjamin Kleibrink einen Olympiasieger vorzuweisen haben. Die Sportlerin des TSV 04 Bayer Leverkusen ist auch außerhalb der Szene ein gern zu öffentlichen Auftritten geladener Gast - nicht nur wegen ihres schon im Playboy dokumentierten, attraktiven Erscheinungsbildes.

Eloquente Blondine

Die eloquente Blondine, die fließend Mandarin spricht und ihr Diplom in chinesischen Regionalwissenschaften abgelegt hat, verdiente sich mit diesen besonderen Fähigkeiten gerade im Umfeld der Olympischen Spiele in Peking einen Sonderstatus. "Sie hat der Mannschaft viel vermittelt und geholfen, Barrieren abzubauen", erzählt Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Zuletzt nutzte auch die Fußball-Nationalmannschaft die Kenntnisse Heidemanns und nahm sie mit auf ihre Asienreise.

Im Hinblick auf die Frauenfußball-WM im eigenen Land engagiert sich die schon als Kind vielseitig aktive Heidemann ebenfalls. Gemeinsam mit der ehemaligen Schwimmerin Franziska van Almisck und weiteren Vorzeigefrauen aus anderen Sparten bildet sie die "Top 11 für 2011". Dabei motiviert sie in erster Linie die Aussicht, Kinder von der Straße weg in die Sportvereine zu führen.

Dafür, so glaubt sie, eigne sich gerade das hierzulande so populäre Kicken. Für die Jugend, die ja auch die Basis des Spitzensports bilde, nimmt sich die viel beschäftigte Karrierefrau sowieso oft Zeit. So ehrte die Schirmherrin der "Kinderträume" in den Wochen vor WM-Beginn noch in Köln und Frankfurt vorbildliche Talentförderer mit dem Grünen Band. Wohlgemerkt: neben zwei täglichen Trainingseinheiten, regelmäßigen Seminaren, bei denen sie Manager mental stark macht, und ihrem Job als Beraterin für Unternehmen, die in Asien investieren wollen.

Manager stark machen

"Alles eine Frage des Zeitmanagements", erklärt Heidemann. Sie weiß ihre "komfortable Situation" zu schätzen. Die aktuellen Erfolge geben ihr die Chance, "in alle Felder mal hineinzuschnuppern". Bis London 2012 sei diese "Such- und Findungsphase" befristet. Dann, nach vielleicht noch einer olympischen Medaille, will sie entscheiden, ob sie weiter auf der Planche auftritt und auf welchen Bereich sie sich beruflich konzentrieren wird.

Jetzt aber richtet sich ihr Blick erst mal auf die WM, die für die Titelverteidigerin am Montag beginnt. Die letzten Tage bis zum Abflug nutzt sie, um sich selbst das Gefühl zu vermitteln, optimal vorbereitet zu sein auf die Angriffe der Konkurrenz. Dabei, sagt Heidemann, gehe es nicht darum, was vielleicht noch aus trainingswissenschaftlicher Sicht sinnvoll erscheint.

Vielmehr "diskutiere ich selbst tagtäglich mit mir", ob sie lieber noch mal zur Waffe greift oder joggend ein paar Runden dreht. Trainer Manfred Kaspar muss dabei akzeptieren, dass auf der Suche nach der Ausgewogenheit, die ihr die nötige Sicherheit verleiht, die Athletin der Chef ist. Wie treffsicher sie dabei ist, hat Britta Heidemann ja oft genug bewiesen.

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