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Silbermedaille für die deutschen Kombinierer.

Nordische Kombination

Zur Belohnung eine Pizza

Eric Frenzel führt die deutschen Kombinierer zur Silbermedaille hinter Norwegen.

Am Ende hatte auch Eric Frenzel genug gesehen von dieser WM. Der deutsche Ausnahme-Kombinierer hatte zum Abschluss der Wettbewerbe in Seefeld nur noch einen Wunsch. „Ich will jetzt endlich wieder etwas essen, was es die ganze Zeit nicht gegeben hat“, sagte er, nämlich: „eine Pizza – da freue ich mich drauf.“

Frenzel wird die gastronomische Belohnung genießen. Der 30-Jährige fügte seiner reichen Medaillensammlung nach zweimal Gold in der ersten WM-Woche am Samstag auch noch Silber mit der Staffel hinzu. Und die konnte sich der Sachse tatsächlich ziemlich maßgeblich auf die Fahnen schreiben. Mit einer Energieleistung in der Loipe hatte er das deutsche Quartett überhaupt erst in den Medaillenkampf gehievt. Vinzenz Geiger musste sich dann im Schlussspurt gegen Norwegen und das lange führende Österreich nur dem überragenden Norweger Jarl Magnus Riiber beugen. Doch auch Bundestrainer Hermann Weinbuch dachte vor allem an Frenzel: „Ich weiß auch nicht, wie er das immer macht.“

Eine derartige Rolle hatte man bei den Skizweikämpfern viel eher von Johannes Rydzek erwartet. Doch der Oberstdorfer konnte sich auch am Schlusstag nicht so recht mit der WM versöhnen. Mit 99,5 Metern war er schon auf der Schanze der Schwächste der vier Deutschen gewesen, die 41 Sekunden auf die alles überragenden Österreicher einbüßten. Doch in der Loipe würde er das schon richten, so hatte sich Weinbuch ausgerechnet.

Aber am letzten größeren Anstieg, erlebte Rydzek einen fürchterlichen Zusammenbruch und rettete sich mit letzter Kraft ins Ziel. Wie, daran konnte er sich am Ende nicht mehr erinnern. „Ich habe in meiner Karriere viele gute Tage gehabt“, sagte der 27-Jährige später, „das war keiner davon.“ Dass Frenzel den Schaden auf seinen fünf Kilometern ausbügelte, dass Fabian Riessle und Vinzenz Geiger den Kombinierern noch Edelmetall sicherten – Rydzek nahm es mit Erleichterung: „Gut, eine Mannschaft um sich zu haben.“

Sein Trainer Herrmann Weinbuch nahm die, von ihm im Vorfeld angepeilte dritte Medaille in Seefeld, derweil mit tiefer Zufriedenheit zur Kenntnis: „Wir haben hier bewiesen, dass wir immer das Zeug haben, zurückzukommen.“

Patrick Reichelt

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