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Ingo Durstewitz arbeitet in der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau.
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Ingo Durstewitz arbeitet in der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau.

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Nur beim Arzt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Es ist einiges los auf dem Trainermarkt. Nach sieben Spieltagen stehen vier Entlassungen zu Buche. In zwei Fällen hatten die Fans einen Bärenanteil. Von Ingo Durstewitz

Peter Neururer wurde jüngst in Bochum gesichtet. Das war bestimmt nur Zufall, aber irgendwie auch unvermeidlich. Peter Neururer, Fußball-Jeck, ist jener Trainer, der schon gefühlte 146-mal irgendwo entlassen wurde, um später irgendwo anders wieder aufzutauchen und sein Unheil zu treiben.

Beim MSV Duisburg, den er erfolgreich in den Keller manövrierte, hat er jetzt unverhohlen mit Rücktritt gedroht; beim VfL Bochum, den er einst erfolgreich nach Europa führte, suchen sie einen Trainer. Das genügte, um sogleich eine Boulevard-Zeitung zu der einzig zulässigen Frage zu treiben: "Was trieb Neururer in Bochum?"

Die kleine Episode zeigt: Es ist einiges los auf dem Trainermarkt. Nach sieben Spieltagen stehen in der Bundesliga vier Entlassungen zu Buche. Die Sportkameraden Jörn Andersen, Dieter Hecking, Marcel Koller und nun Lucien Favre durften arg zeitig ihren Hut nehmen - seit 29 Jahren mussten so viele Trainer so früh nicht mehr dran glauben. Der Bund Deutscher Fußball-Lehrer übt Kritik. Natürlich.

Nun kann man eifrig darüber streiten, ob sich aus dieser nicht erfreulichen Entwicklung etwas Grundsätzliches ableiten lässt. Wahrscheinlich ist das nicht. Natürlich wissen die Verantwortlichen, dass es keine verlässliche Studie gibt, wonach es mit einem neuen Trainer perspektivisch besser wird (eher das Gegenteil ist der Fall), natürlich sind sich alle einig: Kontinuität ist wünschenswert. Und doch hat jede Beurlaubung ihre eigene Geschichte.

Auffällig ist bisher lediglich: In zwei der vier Fälle hatten die Fans einen Bärenanteil an den Entlassungen. Der VfL Bochum und Hannover 96 knickten nach Anfeindungen ein, auch in Frankfurt wurde Friedhelm Funkel im Mai Opfer des massiven Fanprotestes. Der Einfluss der Fans wächst. Täuscht es oder geben die Klubführungen den Stimmungen leichter nach als früher?

Dennoch: Die Rauswürfe ebneten auch den Weg für unverbrauchte, neue Männer am Ruder. Mainz beförderte Thomas Tuchel, Hannover Andreas Bergmann. Das ist lobenswert. Und Bochum? Peter Neururer wäre der Gegenentwurf. Aber der war auch nur zur ärztlichen Behandlung in Bochum. Sagt er.

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