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War über die Halbfinal-Pleite nur kurz frustriert: Max Hartung.

Fechten

Der Befreiungsschlag

Max Hartung hat mit EM-Bronze seinen Status als Aushängeschild der Fechter untermauert.

Max Hartung schwankte zwischen Enttäuschung und Stolz, die große Freude blieb beim zweimaligen Säbel-Europameister aber zunächst aus. Dabei holten der 29-Jährige und die Degen-Fechterin Alexandra Ndolo mit Bronze die ersten deutschen Medaillen und sorgten damit am letzten Tag der Einzelwettbewerbe bei der Heim-EM in Düsseldorf für einen Befreiungsschlag.

„Direkt nach dem Match bin ich erstmal frustriert. Aber eigentlich ist es toll, weil lange nicht klar war, ob ich wegen meines Fußes starten kann“, sagte Hartung. Der Titelverteidiger unterlag im Halbfinale dem späteren Europameister Wenjamin Reschetnikow aus Russland mit 10:15 und verpasste damit nach 2017 und 2018 den dritten EM-Titel in Folge.

Ndolo hatte zuvor ebenfalls ihr Halbfinale gegen die spätere Europameisterin Coraline Vitalis (Frankreich) mit 12:15 verloren. „Die Freude über Bronze überwiegt, weil heute echt ein schwerer Tag für mich war“, sagte die 32-Jährige.

Obwohl es für beide nicht zum ganz großen Wurf gereicht hatte, fiel die Anspannung der Verantwortlichen im Deutschen Fechter-Bund (DFeB) vorerst ab. „Das ist ein große Erleichterung, ich bin sehr zufrieden. Der Druck ist immer da. Nach den zwei Tagen, an denen es nicht so gelaufen ist, wie wir es wollten, war er noch größer“, sagte Sportdirektor Sven Ressel.

Für Hartung ist es das dritte Ausrufezeichen in Serie. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung im vergangenen Jahr führte sein Weg nun auch bei der Heim-EM auf das Podest. Tiflis, Novi Sad, Düsseldorf – für den deutschen Vorzeigefechter sind die Städte die drei Orte des Erfolgs. Und das, obwohl er mit Fußverletzung an den Start gegangen war. Kurz vor der EM hatte er sich einen Kapselanriss im Sprunggelenk zugezogen. Auf seinem Weg zu Einzel-Bronze habe er „gespürt das es unrund läuft, ein bisschen behäbig, aber der Fuß hat ja gehalten“, sagte Hartung.

Der Team-Weltmeister von 2014 marschierte souverän durch den Wettkampf. Den Briten Jonathan Webb und seinen Teamkollegen Björn Hübner-Fehrer schaltete er problemlos aus, im Viertelfinale gegen den Franzosen Bolade Apithy tat er sich schwerer. In einem Nervenkrimi setzte er sich aber unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer durch. Erst im Halbfinale war Schluss.

Bei den Frauen verpasste Ndolo zwar das erste EM-Gold im Degen seit Imke Duplitzer 2010, mit ihrer Bronzemedaille sorgte die 32-Jährige am Nachmittag aber für das erste Highlight der Heim-EM. Erstmals in den Tagen von Düsseldorf war auch die Zuschauertribüne besser besetzt – die EM-Zweite von 2017 ließ sich auf ihrem Weg vom Publikum tragen.

Für Hartung und Ndolo liegt der Fokus nun auf dem Wettkampf mit dem Team am Samstag. „Ich würde gerne eine Medaille holen, vor allem zusammen mit der Mannschaft“, hatte Hartung vor dem EM-Start gesagt. Bereits am Donnerstag beginnen die ersten Mannschafts-Wettbewerbe.

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