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"Die BBL befindet sich noch in der Nische"

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Basketball-Bundesliga-Geschäftsführer Stefan Holz über die Erwartungen an die Klubs und fehlende Reichweite.

Herr Holz, was für eine Saison erwarten Sie sportlich?
Das sportliche Niveau ist noch einmal gestiegen. Die Mannschaften wurden, angefangen von Meister Bayern München bis zu den Aufsteigern, sinnvoll verstärkt. Ich halte die Liga in allen Tabellenregionen für relativ ausgeglichen. Ich erwarte am Ende die großen Klubs Bayern München, Alba Berlin und Bamberg oben. Welcher Klub ein vierter Halbfinalist wird, ist unmöglich vorherzusagen. Zehn bis elf Klubs haben Playoff-Ambitionen, und auch in der unteren Tabellenhälfte wird es eng zugehen.

Über allem steht das Ziel, bis 2020 die beste nationale Liga Europas zu werden. Wie weit oder wie nah sind Sie diesem Vorhaben?
Darauf werde ich oft angesprochen. Die Kriterien, die dahinter liegen, haben wir im einzelnen nie offen gelegt. Wir geben auch keine Wasserstandsmeldungen ab. Es ist aber letztlich ein Dreiklang aus wirtschaftlichen und zweitens medialen Kennziffern, sowie natürlich, last but not least, sportlichen Erfolgen. Hier tun uns die jüngsten Erfolge der Nationalmannschaften gut, auch im Nachwuchsbereich. 

Wie sind Ihre Erwartungen an die Klubs?
Es muss gelingen, im Europapokal dauerhaft zu performen. Es ist wichtig, dass wir auf dem höchsten Level, der Euroleague, perspektivisch mindestens in den Top Acht regelmäßig präsent sind, dass die BBL-Teams im Eurocup eine gute Rolle spielen, so wie der FC Bayern im letzten Jahr, und dass auch in der Champions League wieder das Final Four erreicht wird, so wie letztes Jahr durch Ludwigsburg. Im Übrigen geht es bei dem Ziel ,beste nationale Liga‘ nicht darum, die spanische, türkische oder andere Ligen in allen Kriterien zu schlagen, sondern sich entwickelt zu haben, insgesamt auf Augenhöhe zu sein, und ein Ziel formuliert zu haben, hinter dem sich die Liga versammelt. Und das ist zweifellos der Fall.

Ein wichtiger Schritt dazu ist auch der langfristige Vertrag mit der Telekom, als Rechtepartner, der den Klubs sogar erstmals richtig Geld in die Kassen spült, sodass etwas übrigbleibt.
Wir legen keine Vertragssummen offen. Wir schütten auch nicht jeden Vertrag eins-zu-eins an die Klubs aus, sondern es geht zunächst alles in die BBL GmbH, die auch ein paar Kosten hat. Die BBL erwirtschaftet einen Gewinn, und dieser wird teilweise in die Weiterentwicklung der Liga investiert. Der größte Teil geht dann an die Klubs, als Abgeltung für die an die Liga abgetretenen Rechte. Wir werden dank unserer großen Partner, wie Easycredit, Barmer, Telekom, erstmals in der Lage sein, einen substanziellen Beitrag zu den Budgets der Klubs zu leisten. Das ist letztlich auch Aufgabe einer Ligaorganisation.

Insbesondere im Hinblick auf die Erhöhung der Ligastandards. Ab der kommenden Saison müssen die Klubs mindestens einen Etat von drei Millionen Euro vorweisen. Diese Spielzeit musste das Eigenkapital von 100.000 auf 250.000 Euro erhöht werden. Eine zu hohe Hürde für einige Klubs?
Nein, das würde mich überraschen, und das war auch nicht die Idee. Es soll ein ambitioniertes Ziel sein, aber machbar und vor allem Ansporn.

Welche Herausforderungen möchten Sie persönlich in den kommenden Jahren noch angehen?
Es gibt eine Sache, die überstrahlt alles: Wir müssen einfach mehr Leute in Kontakt mit uns bringen, die dann auch dabei bleiben. Noch findet die BBL ein Stück weit in der Nische statt, auch wenn die Interessentenzahlen kontinuierlich steigen. Wir müssen einen weiteren Schritt machen, erst dann werden wir substanziell weiterkommen.

Interview: Timur Tinç

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