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Liebling der Fans: Laura Ludwig jubelt über einen gewonnenen Punkt.

Beachvolleyball

Laura Ludwig rockt den Rothenbaum

Ist die Beachvolleyball-Olympiasiegerin mit neuer Partnerin noch gut genug für einer erneute Goldmedaille?

Eine bierselige Junggesellenabschiedsgruppe erklärte Laura Ludwig sogar grölend zur „geilsten Frau der Welt“, das Publikum griff unermüdlich zu den Klatschpappen und lärmte. Dank des siegreichen Comebacks der Olympiasiegerin verwandelt sich der altehrwürdige Hamburger Rothenbaum bei den Weltmeisterschaften in den trendigen „Rothenbeach“, was die 33-Jährige sichtlich beeindruckte.

„Ich bin ein bisschen rot geworden und musste erstmal meine Gänsehaut abstreifen. Und ich musste aufpassen, nicht zu heulen“, sagte die Titelverteidigerin, die zwei Jahre nach dem WM-Triumph an der Seite von Kira Walkenhorst nun mit Margareta Kozuch wieder zurück an die Weltspitze strebt.

Der 2:0-Auftakterfolg gegen das US-Duo Kelly Larsen/Emily Stockman in der Hansestadt war die erste süße Belohnung für eine sechs Monate lange arbeitsreiche Kennenlernphase zwischen dem Beachprofi Ludwig und der gelernten Hallenspielerin Kozuch.

Längere erfolgreiche Spielphasen waren dem Duo schon bei den Aufbauturnieren mehrfach geglückt, selten aber zwei Sätze lang. Genau im richtigen Moment blieb die Formkurve jetzt fast konstant im oberen Bereich, was bei Kozuch große Erleichterung auslöste: „Zum ersten Mal hat es sich richtig gut angefühlt.“

Aber schon der Weg bis ins WM-Viertelfinale am Freitag ist lang und herausfordernd. „Wir sind erst den ersten Schritt gegangen und müssen uns vor jedem neuen Spiel auch wieder neu aufbauen. Aber das Vertrauen in unser Können ist da“, sagte Kozuch.

Im Umfeld des Teams gehen indes die Meinungen darüber auseinander, ob es die beiden ganz bis nach oben schaffen. Chefscout Raimund Wenning prophezeit Ludwig/Kozuch eine positive Entwicklung: „Der Olympiaplan kann aufgehen. Im Team steckt großes Potenzial, und es wird immer ein bisschen mehr abgerufen.“

Skeptischer ist da Trainer Jürgen Wagner, der Zweifel hat, ob seine Schützlinge tatsächlich 2020 in Tokio realistisch um den Olympiasieg kämpfen können. „Der Findungsprozess hat sich sehr gut entwickelt, aber die letzten 10 bis 15 Prozent kann man nur in Stresssituationen erlernen. Und das ist auf diesem Niveau in eineinhalb Jahren nicht optimal zu lösen“, sagte der Coach dem Deutschlandfunk. Wenn Wagner recht behält und das Comeback doch versandet? Dann kann Laura Ludwig 2020, anders als beim ersten Geburtstag von Sohn Teo am Freitag, den Geburtstagskuchen selbst backen. Diesmal fehlte dafür einfach die Zeit. (sid)

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