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Markus Böckermann (l) und Lars Flüggen feiern nach dem Matchball den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Beach-Volleyball

Beach-Boys treten aus dem Schatten

Das Herren-Duo Böckermann/Flüggen gewinnt den Grand Slam im polnischen Olsztyn - und treten damit aus dem Schatten der Golden Girls.

Plötzlich gehören auch deutsche Männer wieder zu jenen Kandidaten, denen bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Wien ein Spitzenplatz zugetraut wird.

Der sensationelle Grand-Slam-Sieg von Markus Böckermann und Lars Flüggen bei der WM-Generalprobe auf der Welttour im polnischen Olsztyn hat das Nationalteam quasi über Nacht aus dem Schatten der Golden Girls Laura Ludwig und Kira Walkenhorst katapultiert. „Wir sind selbst auch überrascht nach dem bisherigen Saisonverlauf mit vielen Verletzungen und Rückschlägen“, berichtete Böckermann: „Wir wollten uns steigern. Aber zu einem Turniersieg gehört weit mehr.“

Schon seit einigen Jahren läuft die Männerfraktion der deutschen Sandwühler der Weltspitze hinterher. Während die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und das neue Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) auf den vorderen Rängen der Weltrangliste zu finden sind, liegen die Triumphe der Herren einige Zeit zurück. Julius Brink und Jonas Reckermann buddelten nach dem WM-Sieg 2009 in Stavanger 2012 in London Gold aus dem olympischen Beachfeld. 2013 holten Kay Matysik und Jonathan Erdmann WM-Bronze.

Nun also melden Böckermann/Flüggen, die im Vorjahr bei Olympia nicht über die Vorrunde hinausgekommen waren, die Männerabteilung wieder an im Topgeschehen. „Irgendwie war es eine Frage der Zeit, dass wir wieder unsere Leistungen abrufen können, nachdem uns auch viele dumme Zufälle zurückgeworfen haben“, sagte der 31 Jahre alte Blocker Böckermann. Vor allem Abwehrspieler Flüggen (27), der im Wettkampf immer eine alte Mütze trägt, laborierte an Blessuren.

Seit Anfang des Jahres trainieren Böckermann/Flüggen im neuen zentralen Verbands-Stützpunkt mit dem neuen Chef-Bundestrainer Martin Olejnak und mit Bundestrainer Eric Koreng. „Wir mussten nicht umziehen, das ist schon mal ein Riesenvorteil“, bemerkten die Hamburger. „Das Trainingsumfeld hat sich verbessert, wir werden auch bei Turnieren immer betreut.“ Als erste Auswirkung des neuen Systems möchte Böckermann den Welttour-Sieg in Polen aber noch nicht werten: „Das ist wie bei Verletzungen: Das System braucht Geduld.“

Und haben sich nun die Ansprüche für die WM vom 28. Juli bis 6. August in Wien verändert? „Ich glaube nicht“, betonte Böckermann. „Natürlich gibt es Selbstbewusstsein. Aber wir müssen jetzt auch mit dem Spannungszustand umgehen. Wenn man zu euphorisiert in das Turnier geht, kann es schnell negativ enden.“

Dass sich auch in Wien wieder viel um die Golden Girls Ludwig und Walkenhorst drehen wird, stört die Männer nicht. Im Gegenteil: „Es ist gar nicht so schlecht, wenn wir nicht so im Rampenlicht stehen. Da sind wir gar nicht heiß drauf“, sagte Böckermann. Überraschen aber würde das einzige deutsche WM-Männerduo gern wieder. (dpa)

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