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Frust und Freude: Während der Bremer Max Kruse (links) hadert, jubeln die Bayern Leon Goretzka, Niklas Süle und Jerome Boateng.

FC Bayern München

Ungewohnte Situation für den FC Bayern

Der FC Bayern zwischen den Spielen daheim in der Bundesliga gegen Werder und im Pokal auswärts in Bremen.

Die Lust der Spieler des FC Bayern auf Fußball schien sich in Grenzen zu halten am freien Tag. Abschalten vom Bundesligaspiel gegen Werder Bremen, um sich ab gestern Nachmittag wieder auf Werder Bremen zu fokussieren, auf das Pokal-Halbfinale am Mittwoch – da spielte die Partie des Verfolgers im Titelkampf, Borussia Dortmund, in Freiburg, keine große Rolle bei der Gestaltung des Ostersonntags, wie die Münchner via Instagram zeigten. Franck Ribery hatte für seine Kinder Osternester im heimischen Garten versteckt oder verstecken lassen und die Badesaison im Pool eröffnet. Die Müllers beschäftigten sich mit der Pflege ihrer Haustiere, und Verteidiger Mats Hummels testete den gezerrten Muskel im Oberschenkel, der ihn beim 1:0-Sieg gegen Bremen zu einer Pause zwang, mit schwungvollem Absprung auf einer Schaukel.

Der Stopper ist bereit für die Reise nach Bremen. Am Montag absolvierte er beschwerdefrei das Training. Im Pokal wird er den Platz von Niklas Süle einnehmen. Der Nationalspieler ist gesperrt und wird „von zu Hause die Daumen drücken“, wie er sagte. Er hatte dafür gesorgt, dass es ein gemütliches Osterwochenende wurde, weil der Ball nach seinem eher harmlos daherkommenden abgefälschten Distanzschuss eine Viertelstunde vor Schluss – anders als bei den vielen Chancen der Münchner davor und danach – den Weg vorbei am hervorragenden Bremer Keeper Jiri Pavlenka ins Tor fand. Manchmal müsse eben auch mal „so ein dreckiges Tor helfen“, sagte Süle, um die Tabellenführung in der Bundesliga zu verteidigen – und nicht mit bangen Blicken auf Dortmund zu blicken.

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Niko Kovac erwartet im DFB-Pokal eine „enge Geschichte“

Trainer Niko Kovac sprach von einem „Sieg der Geduld“, erwartet aber am Mittwoch eine von Anfang an rasantere Partie. „Wir müssen gewappnet sein, das wird eine enge Geschichte“, ist er sicher. Erst recht, wenn die Bayern spielen wie am Samstag in den ersten 45 Minuten, als sie „ein bisschen lethargisch“ auftraten, wie Leon Goretzka zugab – und Glück hatten, dass die Bremer diese Defizite nicht nutzten. Zum ersten Mal in der Rückrunde musste Werder eine Niederlage hinnehmen und blieb ohne Torerfolg. In deren Heimspiel seien die Bayern, sagt Trainer Florian Kohfeldt „eine Nummer zu groß“ gewesen. „Das muss am Mittwoch aber nicht wieder so sein.“

Ein entscheidender Faktor könnte für Kovac der Bremer Heimvorteil sein. „Die ganze Stadt wird elektrisiert sein“, ist er sicher. Die Bremer Mannschaft werde im eigenen Stadion von den Fans „getrieben, gepusht“ und entsprechend „euphorisch ins Spiel gehen“.

Ungewohnte Situation

Die Bayern befinden sich in diesem Saisonendspurt in einer zuletzt ungewohnten Situation. Seit 2013 war die Meisterschaft schon entschieden zu Gunsten der Münchner, oder sie lagen zumindest fast uneinholbar in Führung, wenn es im Frühling um die entscheidenden letzten Schritte in den anderen beiden Wettbewerben ging. Mit Ausnahme einer Handvoll älterer Spieler wie Müller, Ribery oder Neuer und einiger Neuen wie Goretzka und Gnabry kennt es niemand beim FC Bayern anders.

Die Kunst war dann stets, die Spannung hochzuhalten. Dies gelang mal besser, mal schlechter. Jetzt spürt der FC Bayern wohl bis zum Bundesligafinale Mitte Mai in jeder Partie „dieses Kribbeln“ und nicht nur zwischendurch im Pokal und in der Champions League, wie Torhüter Sven Ulreich sagt: „Es sind jetzt alles Endspiele, da sind die Emotionen noch mal höher, man geht mit einem anderen Fokus rein als in die letzten Spiele der vergangenen Jahren.“

Vor drei Jahren hatte es der FC Bayern ebenfalls im Pokal-Halbfinale mit Bremen zu tun. Damals lag der Rekordmeister in der Bundesliga mit einem komfortablen Vorsprung vor Dortmund an der Spitze Werder musste dagegen, auf dem Relegationsplatz befindlich, noch um den Klassenerhalt kämpfen. Die beiden Teams trennten 47 Punkte, jetzt sind es mit 24 nur gut halb so viele. Aber es hat sich nicht viel verändert. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, mit vier Siegen in der Bundesliga und zwei Siegen im Pokal das Double zu holen. Ich möchte beide Titel“, sagte Kovac.

Bayern-News: Sanches will weg

Das einst hoffnungsvolle Talent Renato Sanches hat genug von seinem Reservistendasein bei Bayern München und plant offenbar den Absprung. „Ich möchte mehr spielen. Fünf Minuten Spielzeit sind nicht genug“, sagte der 35-Millionen-Euro-Mann nach dem 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen. Sanches war in der 87. Minute eingewechselt worden. „Ob eine Ausleihe oder ein Verkauf besser ist? Ich weiß es nicht, wir werden sehen“, ergänzte der 21-Jährige, dessen Vertrag bis 2021 läuft: „Es ist egal, ob es in Portugal, England oder Spanien ist. Ich will einfach nur spielen.“ (sid)

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