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Bayer findet seinen Meister in Bayern

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Der Münchner Luca Toni freut sich nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Leverkusen (29.11.2008).
Der Münchner Luca Toni freut sich nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Leverkusen (29.11.2008). © dpa

Uli Hoeneß fällt ein drastisches Urteil über den Meisterschafts-Mitfavoriten Bayer 04 Leverkusen. "Sie können uns das Wasser nicht reichen."

Leverkusen. Uli Hoeneß fällte ein drastisches Urteil über den Meisterschafts-Mitfavoriten Bayer 04 Leverkusen. "Sie können uns das Wasser nicht reichen", tönte der Manager des FC Bayern München nach dem 2:0 (0:0)-Sieg im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga. "Die Leverkusener haben den Makel, dass es so lange für sie gut läuft, bis es eng wird. Nun sind sie auf dem Boden der Tatsachen zurück."

Nach dem neunten Liga-Spiel ohne Niederlage und dem Sprung auf Rang zwei wollen die Bayern nun am Freitag 1899 Hoffenheim die Tabellenspitze abjagen. "Wir haben in der zweiten Halbzeit klasse gespielt, das sollte gegen Hoffenheim reichen."

Bayer fand im FC Bayern einmal mehr seinen Meister. "Wir haben schon nach 25 Minuten das Kräftemessen verloren. Zu viele meiner Spieler haben zu diesem Zeitpunkt eine Rückwärtsbewegung eingelegt", sagte Bayer-Chefcoach Bruno Labbadia nach der zehnten Niederlage gegen den Erzrivalen in den letzten elf Duellen. "Wir hatten nicht den Mut. Die Niederlage ist besonders schade, weil wir uns eine Super-Ausgangslage kaputt gemacht haben."

Nach dem holprigen Saisonstart ist dagegen der Rekordmeister von der Isar wieder eine Macht und der Stil von Trainer Jürgen Klinsmann zum Erfolgsrezept geworden. "Die Jungs haben Spaß und sind fit. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir ins Rollen geraten sind", meinte der Ex-Bundestrainer. "Aber so langsam merkt die Mannschaft, dass das alles fruchtet."

Dass Klinsmanns Fußball-Philosophie nach 15 Spieltagen von den Akteuren verstanden wird, bestätigte Linksverteidiger Philipp Lahm. "Der Trainer hat vieles infrage gestellt und jetzt bekommen wir Antworten. Welches System spielt man, welche Spieler passen zur Philosophie", sagte der Nationalverteidiger. "Wir haben in der Mannschaft einen Kern gefunden, und das hat Auswirkungen darauf, dass wir nun erfolgreich Fußball spielen."

"Jetzt wollen wir Hoffenheim schlagen"

Dazu passt, dass Franck Ribéry nach seiner schweren Verletzung bei der Euro wieder zu alter Klasse zurückgefunden hat. "Ribéry ist ein Riesenfußballer und ein Trumpf, den wir ziehen können", sagte Klinsmann über den auch in Leverkusen überragenden Franzosen.

Nach dem 1:0 durch Luca Toni (59.) profitierte Miroslav Klose von Ribérys Vorarbeit und schoss in seinem 250. Bundesligaspiel das 113. Tor. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man von Partie zu Partie besser wird. Und dies war ein Sechs-Punkte-Spiel", sagte Bastian Schweinsteiger, der sich auf den Hit gegen Hoffenheim freut: "Wir haben Respekt, aber keine Angst. Schließlich sind wir der FC Bayern."

Mit einem Sieg gegen den phänomenalen Aufsteiger würden die Münchner die Kräfteverhältnisse im deutschen Fußball in ihrem Sinne wieder zurecht rücken und kämen der Herbstmeisterschaft einen großen Schritt näher. "Jetzt wollen wir Hoffenheim schlagen. Wir werden sehen, wer momentan die bessere Mannschaft ist", sagte Hoeneß vor dem Machtkampf.

Für Bayerns-Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Beckenbauer ist ohnehin klar, dass Hoffenheim den Titel in diesem Jahr nicht holen wird: "Also in dieser Saison nicht, die Konkurrenz wird das nicht zulassen. Vielleicht in zwei, drei Jahren - warum nicht?" Weit entfernt von der Erfüllung des Titeltraumes ist man beim viermaligen Vizemeister aus Leverkusen. "Wir haben uns nie selbst zu Meisterschafts-Anwärtern gemacht", hatte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schon vor dem Schlagerspiel betont. (dpa)

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