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Erfolgreich beim BVB: Hans-Joachim Watzke und Jürgen Klopp.

Borussia Dortmund

BVB baut auf das richtige Gesamtkonzept

Borussia Dortmund bastelt weiter gekonnt an einer nachhaltigen Zukunft. Drei Namen stehen für das erfolgreiche Konzept des BVB: Jürgen Klopp, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke.

Von Daniel Theweleit

Dortmunds Fußball blüht: Tabellenführung, makellose Rückrundenbilanz, sogar das Double ist möglich, in so einer wunderbaren Situation können selbst die finstersten Erinnerungen einen gewissen Unterhaltungswert entwickeln.

Dieser Tage geisterte wieder einmal der Name Florian Homm durch Dortmund und sorgte allenthalben für Erheiterung. Homm, dem einst der Ruf einer prototypischen „Heuschrecke“ vorauseilte, hatte auf dem Höhepunkt der Dortmunder Finanzkrise Mitte der Nuller-Jahre 25,97 Prozent der BVB-Aktien erworben und mit markigen Sprüchen für allerlei Schlagzeilen gesorgt.

BVB wie Phoenix

2007 ist der Hedgefondsmanager untergetaucht, nun veröffentlichte die Financial Times Deutschland Aussagen eines privaten Ermittlers, der offenbar 1,1 Millionen Euro als Kopfgeld für Hinweise auf den Verbleib Homms ausgelobt hat. Geprellte Anleger hoffen, auf diesem Wege etwas von ihrem verlorenen Geld zurückzubekommen.

Die Sorgen der Betrogenen teilt Borussia Dortmund nicht, Homm hatte seine BVB-Aktien schnell wieder abgestoßen, ziemlich genau zu jener Zeit, als der BVB wie Phoenix aus den Trümmern der Finanzkrise emporstieg.

Und mittlerweile basteln sie in Dortmund ganz ohne windige Investoren an einer Zukunft, die vor allen Dingen drei Namen trägt: Jürgen Klopp, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke.

"Überragendes Verhältnis"

Der Trainer, der Sportdirektor und der Geschäftsführer, die „ein überragendes Verhältnis zueinander“ (Klopp) pflegen, haben gerade ihre Verträge bei Borussia Dortmund verlängert, bis 2016 will die Erfolgstroika gemeinsam weiterarbeiten und hat damit ein starkes Signal an die Liga und auch nach innen an den Kader gesendet: Hier gibt es Kontinuität und Planungssicherheit.

Und weil Trainerverträge in der Bundesliga kaum mehr wert sind als eine gebrauchte Serviette, hat Watzke via Bild ein paar bekräftigende Worte hinzugefügt. „Ich schließe wenig aus im Leben“, sagte der Geschäftsführer, „aber ich kann ausschließen, dass ich bis 2016 zu Jürgen Klopp sagen werde: Wir müssen uns trennen. Wir ziehen das durch – da kann passieren was will.“

In den kommenden Monaten sollen auch die Verträge mit den wichtigsten Fußballern bis Mitte des Jahrzehnts verlängert werden, dahinter steht ein Ziel: Borussia Dortmund rüstet sich gegen die Abwerbungsversuche aus München, die bislang noch jedes deutsche Spitzenteam über sich ergehen lassen musste.

Die Bayern kaufen der Konkurrenz regelmäßig die besten Spieler weg, und weil Jupp Heynckes nicht mehr der Jüngste ist, werden sie bald auch einen Trainer suchen.

„Vielleicht“ sei Klopp einmal „ein Thema in München“, meint Watzke, „aber bis 2016 wird das garantiert nichts.“

Entwurf für Nachhaltigkeit

Selbst über den Fall, dass der DFB Klopp anbietet, Joachim Löw als Bundestrainer zu beerben, haben die Dortmunder im Zuge der Vertragsverlängerung gesprochen. „Das wird Jürgen auch nicht machen“, sagt Watzke.

Dafür wird spekuliert, dass der zentrale Punkt des Projektes 2016 ein eigener Angriff der Dortmunder auf die Hegemonie des FC Bayern sei, doch das weisen die Dortmunder von sich. Das „streben wir nicht an“, behauptet Zorc in einem Kicker-Interview.

„Wir wollen unseren Weg kontinuierlich weitergehen. Wir werden nie behaupten, dass wir uns mit Bayern München messen können, dazu sind die wirtschaftlichen Rahmendaten einfach zu unterschiedlich.“

BVB wird stärker - und Reus kommt noch

Das mag stimmen, aber selbst in München haben sie mittlerweile festgestellt, dass nicht nur Geld Tore schießt, sondern auch das richtige Gesamtkonzept. Und im Moment deutet einiges darauf hin, dass der Dortmunder Entwurf von einer Nachhaltigkeit sein könnte, die (vom FC Bayern einmal abgesehen) seit der Mönchengladbacher Fohlen-Elf der 70er-Jahre kein Bundesligist mehr hinbekommen hat.

Statt nach dem Wahnsinnsjahr mit der Meisterschaft nachzulassen, wird die Mannschaft immer stärker. Außerdem kommt im Sommer Marco Reus, der vielleicht beste Bundesligaspieler des bisherigen Saisonverlaufs.

Kein Wunder, dass Watzke sagt: „Ich habe totalen Spaß und weiter viel Bock.“

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