Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Michael Ballack und Joachim Löw (r) reden beim Training mit der Nationalmannschaft miteinander.
+
Michael Ballack und Joachim Löw (r) reden beim Training mit der Nationalmannschaft miteinander.

Geheimgespräch in Frankfurt

Ballack und Löw zusammengetroffen

Michael Ballack hat sich zu dem mit Spannung erwarteten Vier-Augen-Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw getroffen. Einzelheiten sollen am Freitag bekannt gegeben werden.

Hamburg/Frankfurt. Michael Ballack hat sich am Donnerstag zu dem mit Spannung erwarteten Vier-Augen-Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw getroffen. Das hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Abend bestätigt, ohne allerdings Einzelheiten zum Inhalt des mit Spannung erwarteten Treffens bekanntzugeben.

Der mit Genehmigung seines Premier-League-Clubs FC Chelsea in die DFB-Zentrale gekommene Ballack flog nach der Unterredung umgehend zurück nach London. Eine Stellungnahme zu der Aussprache, auf der Löw nach Ballacks kritischen Aussagen in einem Zeitungsinterview bestanden hatte, wurde für den (morgigen) Freitag angekündigt.

Die Gerüchte um möglicherweise drastische Konsequenzen köchelten danach unvermindert weiter. Boulevard-Medien hatten schon vorher über einen freiwilligen Rücktritt Ballacks vom Spielführeramt spekuliert. Der DFB wollte weder zu möglichen Maßnahmen durch Löw Stellung nehmen noch zu Spekulationen, Ballack solle seine Kapitänsbinde an den Münchner Philipp Lahm weiterreichen.

Löw bekam in der Auseinandersetzung mit seinem wichtigsten Spieler Zuspruch von Teammanager Oliver Bierhoff. "Man kann Joachim Löw nicht vorwerfen, dass er anderen gegenüber keinen Respekt zeigt. Der Trainer hat die Verantwortung, er muss die Entscheidungen treffen, er muss schließlich auch den Kopf hinhalten. Alle Spieler haben dies zu akzeptieren", sagte Bierhoff dem Fachmagazin "kicker". Bierhoff reihte sich damit nach der Rückkehr von seiner Hotel- Inspektionstour ins WM-Land Südafrika in die lange Liste der Löw- Unterstützer ein.

Bislang hatte sich Bierhoff, der von Juni bis September wegen des EM-Disputs selbst mit Ballack im öffentlichen Verbal-Clinch lag, nicht zu dem Konflikt geäußert. In wichtigen Situationen habe Löw "immer die richtigen Entscheidungen getroffen", sagte Teammanager Bierhoff - und traut dem Chefcoach wohl auch nun eine Lösung der verfahren wirkenden Lage zu. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte Löw freie Hand für die Sanktionierung des kritischen Kapitäns gegeben. "Ich wage keine Prognose, wie sich der Trainer entscheidet. Aber ich werde jede Entscheidung mittragen", sagte Zwanziger.

Inwiefern auch die einflussreiche Rolle Bierhoffs rund um die Aktivitäten der Nationalmannschaft Ballack zu seinen Äußerungen bewegte, ist unklar. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich am Donnerstag zu den vielfältigen Spekulationen nicht äußern. "Erst einmal muss Bundestrainer Löw das Gespräch mit Ballack führen, und danach gibt es eine Stellungnahme", hieß es aus der Medienabteilung des Verbandes. Ballack selbst sowie sein Berater Michael Becker waren für ein Statement nicht zu erreichen.

Löw hatte beharrlich auf dem Treffen in Deutschland bestanden. Ballack, der den Disput mit kritischen Interview-Äußerungen zu Löws Führungsstil und Personalpolitik ausgelöst hatte, hatte allerdings von seinem englischen Arbeitgeber FC Chelsea nach einer Operation an beiden Füßen zunächst ein Reiseverbot erhalten. Nun war die Blessur offenbar ausreichend ausgeheilt.

Ballack hatte nach der geballten Schelte an seinem Vorgehen sein Fehlverhalten bereits in einer schriftlichen Erklärung eingeräumt. Um den Gordischen Knoten bei der Lösungssuche für den hausgemachten Konflikt zu zerschlagen, wird Ballack aber wohl noch weitere Zugeständnisse machen müssen. Der Rücktritt vom Kapitänsamt ist nur ein mögliches Szenario. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare