+
Alexander Zverev lässt sein Wut über das Achtelfinale an seinem Schläger aus.

Australian Open in Melbourne

Auch Zverev im Achtelfinale raus

Erst scheidet Angelique Kerber aus. Jetzt verabschiedet sich mit Alexander Zverev der letzte Deutsche Teilnehmer vom ersten Grand Slam des Jahres.

Alexander Zverev zerhackte wütend seinen Schläger und fluchte: Einen Tag nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus von Angelique Kerber bei den Australian Open war auch für den Hoffnungsträger aus Hamburg nach einer lange Zeit schwachen Leistung in der Runde der letzten 16 Schluss.

Der Weltranglisten-Vierte verlor am Montag 1:6, 1:6, 6:7 (5:7) gegen den Kanadier Milos Raonic. „Als ich das Match angefangen habe, wusste ich, dass es ein schwerer Tag wird“, sagte Zverev. „Es gibt solche Tage einfach, man hat es schon bei Angie gesehen.“ Damit verpasste Zverev klar die Revanche für das verlorene Wimbledon-Achtelfinale gegen Raonic vor anderthalb Jahren und muss weiter auf den Einzug in sein zweites Grand-Slam-Viertelfinale warten. Insgesamt waren 13 Deutsche beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison dabei.

Nachdem Zverev ein paar rosafarbene Schweißbänder ins Publikum geworfen hatte, verschwand er in der Kabine und musste Raonic das Siegerinterview überlassen. „Ich habe unglaublich gespielt, ich habe viele Dinge sehr gut gemacht“, stellte Raonic fest. „Ich wollte ihn aus dem Gleichgewicht bringen.“ Das gelang ihm vor allem anfangs.

Dabei begann das Match in der Rod-Laver-Arena zur frühen Nachmittagszeit eigentlich optimal für Zverev. Der starke Aufschläger hatte überraschend Rückschlag gewählt und nahm Raonic tatsächlich dessen starken Aufschlag sofort ab. Doch danach ging praktisch nichts mehr für Zverev, vor allem nicht beim eigenen Service. Nicht ein einziges Aufschlagspiel gewann der Sieger der ATP Finals im ersten Satz, zwölf Breakchancen erlaubte er Raonic, der drei davon nutzte.

Der ehemalige Wimbledonfinalist machte im zweiten Satz gleich dort weiter, schlug allerdings nicht nur gut und hart auf, sondern variierte auch von der Grundlinie und kam ans Netz. Zverev dagegen kochte innerlich und schaute immer wieder achselzuckend zu seiner Box mit Trainer Ivan Lendl. Schon früh flog beim Gang zur Bank der Schläger, wegen Zeitüberschreitung beim Aufschlag gab es eine Verwarnung, Raonic traf knapp die Linien oder hatte Glück mit der Netzkante. Nach dem zweiten Satz schließlich zertrümmerte Zverev mit neun in der Arena deutlich hörbaren Schlägen sein Racket.

„Das hätte ich vielleicht nach dem ersten Satz machen sollen. Dann wäre es vielleicht anders gelaufen“, meinte er. Zverev verließ kurz den Platz, hielt im dritten Satz zumindest seine Aufschlagsspiele und suchte über seinen nimmermüden Kampfgeist einen Weg zurück in die Partie. Breakbälle gegen Raonic, der stets vorlegte, hatte er allerdings nicht mehr. Der 28 Jahre alte, in Montenegro geborene Weltranglisten-17. spielte seelenruhig sein Spiel, während Zverev weiter gelegentlich schimpfte. Beim 4:5 wehrte er bei eigenem Aufschlag die ersten beiden Matchbälle ab, davon einen in einem langen Ballwechsel mit 29 Schlägen, und glich aus.

Im Tiebreak lag er nach einem spektakulären Rückhand-Schmetterball schon 4:2 vorn, gab den Vorsprung aber wieder ab. „Dass ich in den Tiebreak gekommen bin, war wie ein Wunder. Ich glaube nicht, dass ich das Match trotzdem gewonnen hätte“, sagte Zverev zum verpassten Satzgewinn. Raonic nutzte am Netz nach 1:59 Stunden seinen vierten Matchball und zog in sein zweites Australian-Open-Viertelfinale ein. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion