1. Startseite
  2. Sport
  3. Sport A-Z

Zur Not auch ohne Turm

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Leppert

Kommentare

null
© FR-Infografik

Die Veranstalter der Rundfahrt erwarten ein Millionenpublikum und suchen neuen Sponsor.

Das Partyzelt für die Very Important Radsportfans steht schon, entlang der Darmstädter Landstraße liegen die Absperrgitter bereit, und spätestens morgen werden die Rennfahrer in Frankfurt eintreffen. Die Vorbereitungen für die 47. Auflage des Radklassikers "Rund um den Henninger Turm" am Donnerstag, 1. Mai, laufen perfekt, wie Veranstalter Bernd Moos-Achenbach am Montag berichtete. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, wovon die Veranstalter derzeit ausgehen, könnten bis zu 1,5 Millionen Zuschauer an die Strecke in Frankfurt und im Taunus kommen. Außer der Wettfahrt der Profis, die um 10.13 Uhr an der Darmstädter Landstraße startet, gibt es zwölf weitere Rennen zu sehen.

Indes ist die Zukunft der Veranstaltung noch völlig offen. Zwar glaubt Moos-Achenbach nach wie vor, dass es auch am 1. Mai 2009 ein Radrennen in und um Frankfurt geben wird. Doch garantieren kann er dafür nicht.

Brauerei zieht sich zurück

Das große Problem: Die Henninger Brauerei, seit dem ersten Rennen im Jahr 1962 Namensgeber und Hauptsponsor, wird ihren in diesem Jahr auslaufenden Vertrag mit den Veranstaltern nicht verlängern. Zwar heißt es, die Brauerei werde weiterhin logistische Unterstützung leisten. Doch Moss-Achenbach stellt klar: Ohne einen potenten Geldgeber ist der Klassiker kaum zu stemmen.

Der Organisator hat deshalb in der Vergangenheit mit potenziellen Sponsoren verhandelt - bislang ohne Erfolg. "Im Moment habe ich keine Gesprächstermine mehr", sagt Moos-Achenbach. Dabei ist er bereit, jede Menge Zugeständnisse zu machen.

Das Rennen müsse nicht unbedingt "Rund um den Henninger Turm" heißen. Gerade für die ausländischen Medien sei der Titel der Veranstaltung ohnehin etwas sperrig. Und auch an der Strecke werde er nicht um jeden Preis festhalten - auch nicht an den drei Schlussrunden durch Sachsenhausen, die die Profis seit jeher zurücklegen müssen.

Natürlich würde es ihm schwer fallen, derartige Traditionen aufzugeben, sagt Moos-Achenbach. Ließen sich aber nur auf diese Art Sponsoren gewinnen, bliebe ihm keine Wahl. "Ich hätte mir vor zehn Jahren auch nicht vorstellen können, dass das Waldstadion einmal Commerzbank-Arena heißt - heute ist so ein Name normal."

Dass es so schwierig ist, einen neuen Hauptsponsor zu finden, sei unverständlich, sagt Moos-Achenbach. Schließlich sei die Werbewirkung des Klassikers enorm. Mindestens elf internationale Fernsehsender werden am Donnerstag berichten. Gemeinsam mit dem Berlin Marathon steht "Rund um den Henninger Turm" auf Platz zwei der Liste der meistbesuchten Ein-Tages-Sportveranstaltungen in Deutschland - knapp hinter dem Ruhr-Marathon. "Wir können Sponsoren viel bieten", sagt Moos-Achenbach.

Hoffen auf mehr Geld

Zugleich hoffen die Veranstalter auf Geld von Stadt und Land. Am Donnerstag will sich Moos-Achenbach intensiv mit Ministerpräsident Roland Koch (CDU) unterhalten, der um 8.45 Uhr am Main-Taunus-Zentrum den Startschuss für das Jedermann-Rennen geben wird. In den nächsten Tagen hat er auch einen Termin mit Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Wobei sich Moos-Achenbach durchaus Sorgen macht, ob die Stadt viel Geld geben kann. Schließlich seien schon die Kosten für das Deutsche Turnfest 2009 aus dem Ruder gelaufen. Und Sportdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) hatte in der vergangenen Woche bereits klar gestellt, dass die Stadt nicht mehr als den derzeitigen Zuschuss von 100 000 Euro bezahlen wird.

Ein Imageproblem habe das Rennen jedenfalls trotz der vielen Doping-Skandale in den vergangenen Monaten nicht. Schließlich wisse jeder, der sich ein wenig mit Radsport auskennt, dass es in Frankfurt intensive Kontrollen gebe und die Veranstalter Doping den Kampf angesagt hätten. So soll am Donnerstag am Ziel ein Transparent hängen: "Doping - Nein danke!"

Auch interessant

Kommentare