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Kommentar

Atemgold

Seit geraumer Zeit gibt es für röchelnde Sportler die legale Möglichkeit, ihrem Reizhusten mit Medikamenten zu begegnen - und von einem für sie positiven Nebeneffekt zu profitieren.

Von Reinhard Sogl

Asthma ist eine Volkskrankheit. Fünf Prozent der Erwachsenen leiden jedenfalls an einer chronischen Verengung der Atemwege. Im Vergleich zu Leistungssportlern aus dem Ausdauerbereich ist das aber in Relation eine kleine Menge Kurzatmiger. Der Spontispruch „Treib’ Sport oder bleib’ gesund“ kommt einem unweigerlich in den Sinn angesichts einer Quote von mehr als der Hälfte aller Skilangläufer, denen die kalte Luft auf die Bronchien schlägt. Auch Radfahrer, Eisschnellläufer, selbst Schwimmer und andere pfeifen überdurchschnittlich und bisweilen auch auf dem letzten Loch.

Die medizinischen Kommissionen der internationalen Verbände und die Welt-Antidopingagentur sind sich des Phänomens Leistungsasthma bewusst, ohne auf den naheliegenden Gedanken zu kommen, derlei krasse Körperertüchtigung einfach zu verbieten (wahrscheinlich, weil sie sich dann ja selbst abschaffen müssten, da alle Arten von Sport im Extrembereich der Unversehrtheit abträglich und so gesehen unverantwortlich sind). Es gibt also seit geraumer Zeit für röchelnde Sportler die legale Möglichkeit, ihrem Reizhusten mit Medikamenten zu begegnen.

Und nur des Wohlbefindens wegen nehmen Langlauf-Lazarusse wie die Norwegerin Marit Björgen mit Ausnahmegenehmigung der Antidopingagentur ja den Asthmaheiler und Langenatemmacher Salbutamol ein und nicht, wie von der ehedem ein halbes Jahr wegen Dopings gesperrten Polin Justyna Kowalczyk vor Jahresfrist im Frust behauptet, um die Leistung zu steigern.

Ohne das eigentlich auf der Dopingliste stehende Medikament hätte sich Marit Björgen Superstar binnen eines Jahres zwar nicht so stark verbessern können, wie es ihr im Hinblick auf die Winterspiele 2010 gelungen war, hatte jedenfalls der norwegische Cheftrainer Egil Kristiansen frank und frei erklärt ? was er aber natürlich nur auf die Linderung des Leidens als Voraussetzung für Großtaten verstanden wissen wollte. Von legalem Doping mit dem Atemgold kann selbstverständlich weder bei der dreimaligen Olympiasiegerin 2010 und dreimaligen Weltmeisterin 2011 noch bei anderen armen Schluckern die Rede sein.

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