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Raus ohne Applaus: Kevin Krawietz (rechts) und Andreas Mies.

Tennis

Angst vor Serenas Service

Doppelspezialist Mies vor reizvollem Mixed-Duell gegen Williams und Murray.

Dem Duell mit Serena Williams fiebert French-Open- Gewinner Andreas Mies entgegen, ein bisschen fürchtet er den Vergleich aber auch. Der 28-Jährige ist in Wimbledon mit seinem Trainer Dirk Hortian eine Wette eingegangen, wer beim interessanten Aufeinandertreffen in der Mixed-Konkurrenz schneller aufschlägt. Die langjährige Nummer eins der Frauen, Serena Williams? Oder er selbst, Andreas Mies? „Ich denke, ich gewinne die Wette“, sagte der Kölner mit einem Schmunzeln. Sein Coach werde wahrscheinlich Strichliste führen. „Es kann sein, dass es tatsächlich eng wird“, mutmaßte Mies. „Ich habe ein bisschen Angst, dass sie schneller serviert im Endeffekt, deswegen werde ich noch mal ein paar Stundenkilometer draufpacken.“

Nach dem „frustrierenden“ 5:7, 4:6, 5:7 gemeinsam mit Kevin Krawietz gegen Marcelo Demoliner aus Brasilien und Divij Sharan aus Indien am Mittwoch in der Doppelkonkurrenz setzen sich die außergewöhnlichen Momente nach dem ersten deutschen Grand-Slam-Titel eines deutschen Doppel seit 82 Jahren für Mies fort.

Zum ersten Mal nimmt er an einem Mixed-Wettbewerb teil. Die Auslosung für ihn und die Chilenin Alexa Guarachi gegen die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams und den zweimaligen Wimbledon-Gewinner Andy Murray verspricht einen vielbeachteten Auftritt. Wenn er gut treffe, könne er mit Tempo 205 bis 210 aufschlagen, sagte der 28-Jährige. Serena Williams schnellster Aufschlag wurde von den Statistikern bei den Australian Open 2013 mit Tempo 207 erfasst, zum Wimbledon-Auftakt gelangen ihr immerhin 196 Stundenkilometer.

„Gegen diese Weltklassespieler auf dem Platz zu stehen, die man seit der Jugend immer viel im Fernsehen gesehen hat, ist ein absolutes Highlight“, sagte Mies. Der britische Wimbledonheld Murray kehrt zurück, nachdem er wegen seiner Hüftbeschwerden schon ein Karriereende in Erwägung gezogen hatte. Serena Williams ist ohnehin eine Attraktion und hat auch im Mixed zwei Grand-Slam-Titel gewonnen.

„Ich finde es lustig, mal die Erfahrung zu machen“, sagte Mies und sorgte für Lacher: „Ich glaube, dass die Taktik ist, die Frau vom gegnerischen Team sehr viel anzuspielen und die eigene Frau zu beschützen. Mal sehen, ob ich auch bei Serena am Netz durchkomme.“

Schlechte Rasensaison

Im Doppel war in Wimbledon schnell Ernüchterung eingekehrt. Knapp vier Wochen nach ihrem Paris-Coup schlossen Krawietz und Mies die Rasensaison mit drei Niederlagen ab. „Wir sollten gucken, dass wir nicht mehr so viel und so oft über Paris reden. Wir müssen schauen, dass wir den Fokus nach vorne richten. Das haben wir auch gemacht, wir haben unser Spiel nicht auf den Rasen bekommen“, sagte Mies.

Das Ziel ist es nun, sich für einen Daviscup-Einsatz in der neu geschaffenen Finalwoche vom 18. bis 24. November in Madrid zu empfehlen. Das Duo Jan-Lennard Struff und Tim Pütz war zuletzt gesetzt und unbesiegt. „Das ist ja cool, dass wir da zwei starke Doppel in Deutschland haben. Das ist ein Luxusproblem beim deutschen Tennis jetzt“, sagte Krawietz. (dpa)

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