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Angelique Kerber.

Sportlerin des Jahres

Angelique Kerber - die Erbin

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Angelique Kerber und das sprunghafte Glück.

Nächstes Jahr fängt alles wieder bei null an – und ich werde nicht aufhören, groß zu träumen“, hat Angelique Kerber neulich in einem Internetbeitrag geschrieben. Groß geträumt hatte die Tennisspielerin schon in diesem Jahr, und den allergrößten Traum hat sie sich im Sommer erfüllt: Wimbledonsiegerin, die erste Deutsche seit Steffi Graf vor 22 Jahren. 

Dennoch bezeichnet Angelique Kerber, 30, 2018 nur als „zweiterfolgreichstes Jahr“ ihrer Karriere, nicht ohne Grund. 2016 hatte sie ja gleich zwei Grand-Slam-Turniere gewonnen, die Australian Open und die US Open, ein bisschen aus dem Nichts kam das, und ein bisschen verschwand Kerber 2017 auch wieder zurück ins Nichts; Absturz in der Weltrangliste, von Rang eins auf 21. Kein einziger Turniersieg. 

Kerbers Jahr mit dem Wimbledonsieg und der Rückkehr in die absolute Weltspitze (Weltranglistenplatz zwei) ist die Geschichte eines Traums und eines Comebacks, und weil die Kielerin inzwischen weiß, wie sprunghaft das Glück sein kann, ist sie mutig in Vorleistung gegangen für 2019. Die Verblüffung war erst einmal groß, als die Tochter polnischer Einwanderer im November, zum Ende der Saison, einen Trainerwechsel verkündete. Der Belgier Wim Fissette, der Kerber im ausgehenden Jahr zurück in die Spur verholfen hatte, wird von Ex-Profi Rainer Schüttler abgelöst. 2017 hat Kerber gelehrt, wie wichtig neue Impulse sind – gerade im Erfolg. Damals trennte sie sich schweren Herzens von ihrem langjährigen Trainer Torben Beltz, vielleicht zu spät.

„Es ist nicht so, dass ich ihn bräuchte, um erfolgreich zu sein, sondern um weiter konstant erfolgreich zu bleiben – aber letztlich geht dabei natürlich alles von mir aus, alles fängt bei mir an“, sagt Kerber über Schüttler, 42, der es 2003 ins Finale der Australian Open schaffte.  
Alles fängt bei ihr an, alles hört bei ihr auf. Angelique Kerber, Sportlerin des Jahres, zum zweiten Mal nach 2016, Erbin Steffi Grafs. Der Traum geht weiter.

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