Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Anmarsch: Simon Ammann hat bei der Tournee viel vor.
+
Im Anmarsch: Simon Ammann hat bei der Tournee viel vor.

Skispringen

Bei Ammann passt diesmal alles

Der Schweizer galt als Eintagsfliege für Großveranstaltungen - nun ist er nach vier Weltcupsiegen in dieser Saison Tourneefavorit.

Von STEPHAN KLEMM

Simon Ammann hat schon eine Menge erreicht in seiner Karriere, er ist Doppel-Olympiasieger und Weltmeister. Das waren große Leistungen, verbunden mit großer Bewunderung und Anerkennung für eine gewisse Zeit. Viel mehr geht ja auch kaum für einen Skispringer, aber bei Ammann passierte beides einfach so, die Triumphe kamen fast aus dem Nichts, er selbst spricht von "Glücksfällen".

Ammann hatte kaum Vorleistungen, die solche Gipfelstürme erwarten ließen; erst sechs Wochen nach seinen Olympiasiegen von Salt Lake City 2002 gelang ihm der erste Weltcuperfolg - und zwei Monate vor seinem WM-Titel 2007 der zweite. Dazwischen lagen fast sechs Jahre, sehr viel Leere und reichlich Misserfolge. Einer von Ammanns Flugbegleitern war aber immer auch ein unglaublicher Trotz: "Es war nie ein Thema für mich, aufzuhören. Der Kampf zurück nach vorn ist manchmal so viel wichtiger als der bloße Genuss."

In dieser Saison zahlt sich sein Kampf aus, bisher ist sie ein "bloßer Genuss" für Simon Ammann aus Unterwasser in der Schweiz. Er hat die weitesten Sprünge des Winters gestanden, manchmal zwar wackelig, aber er hat damit die Konkurrenz beeindruckt. So sind ihm vier Siege in sieben Weltcup-Konkurrenzen gelungen, seine schlechteste Platzierung war ein fünfter Rang in Trondheim. Und zuletzt, beim Wettkampf-Wochenende daheim in Engelberg, hat er einem Sieg einen dritten Platz folgen lassen - "obwohl ich nicht gut drauf war, was zeigt, wie stark ich im Moment bin".

Die Weltcup-Gesamtwertung führt Ammann klar vor dem hoch begabten Österreicher Gregor Schlierenzauer (18) an, dessen überragenden Leistungsstand er vor dieser Saison unbedingt erreichen wollte: "Ich wusste, das wird sehr schwer. Aber so wie es aussieht, habe ich ihn überholt." Das findet er offenbar ziemlich witzig, denn er lacht jetzt sehr laut.

Sein Zauberwort heißt "Timing"

Mit dieser verwundert-entzückten Stimmung ist Ammann (27) am Samstag nach Oberstdorf gereist; im Allgäu stellt er sich nun als großer Favorit der 57. Vierschanzentournee vor, die heute mit dem ersten Springen auf der Schattenbergschanze beginnt. Obwohl: "Favorit - das Wort ist mir zuletzt gar nicht eingefallen." Das ist wohl nicht geschwindelt, aber auch nicht so naiv wie es klingt. Ammann kann eben selbst noch nicht glauben, dass er dem Rest der Weltelite nun gezeigt hat, dass er nicht nur Großereignisse gewinnen kann.

Die Gründe für seine Dominanz liegen für ihn in einem englischen Wort. Es heißt: "Timing". Das sei eben da, auf und neben der Schanze, was ihn zwar selbst überrascht, aber nun, wo es da ist, will er es unbedingt behalten. Dass er es in dieser Saison besitzt, hat mit einem Skiwechsel zu tun, mit plötzlich vorhandener Geschwindigkeit vor dem Absprung, hervorgerufen durch leichte Veränderungen in der Anfahrt; hinzu kommt eine federhafte Leichtigkeit und Ruhe im Flug.

Das sind alles Dinge, deren Umsetzung er im vergangenen Jahr schon angegangen ist, damals auf den Rat seines Nationaltrainers Werner Schuster hin, der inzwischen zum Deutschen Ski-Verband gewechselt ist. "Das war ein harter Schlag, dass der Werner uns nach nur einem Jahr verlassen hat", erzählt Ammann. Aber es stand sofort eine Nachfolge-Lösung parat: Martin Künzler, der zuvor den Schweizer Nachwuchs betreut hat und gerade mal ein Jahr älter ist als Ammann. "Er kommt aus meinem Nachbardorf und hat die richtige Ansprache an der Schanze. Sein Alter ist mir dabei egal", sagt Ammann. Ausgesucht hat er sich seinen Trainer zusammen mit dem Schweizer Skisprung-Direktor Garry Furrer und seinem einzig verbliebenen A-Teamkollegen Andreas Küttel.

Ammann wusste, wer das letzte fehlende Puzzleteil finden kann, das ihm noch zur Vollendung seiner Karriere fehlt. Das Puzzle ist nun fertig. Und das Timing ist jetzt auch da.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare