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Neuner ist das Trumpf-Ass, aber gestochen haben auch andere.

Weltcupfinale im Biathlon

Alles Neuner oder was?

Auch in dieser Saison war Gold-Sammlerin Magdalena Neuner wieder die überragende deutsche Biathletin. Hätte sie nicht fünfmal krankheitsbedingt pausieren müssen, wäre ihr wohl auch der Gewinn des Gesamtweltcups kaum zu nehmen gewesen.

Eine große Portion Magdalena Neuner, ein Hauch Arnd Peiffer, eine Prise Andrea Henkel: Fertig ist das Erfolgsrezept der deutschen Biathleten. Neuner, bei der WM in Chanty Mansijsk mit dreimal Gold und zweimal Silber dekoriert, überragte alle. Sprintweltmeister Peiffer mauserte sich zur neuen Nummer eins im deutschen Männerteam. Altmeisterin Henkel war bärenstark im Weltcup, aber glücklos bei der WM.

„Mein Saisonfazit fällt absolut positiv aus. Der Gesamtweltcup wäre nur eine Zugabe gewesen“, sagte Neuner. Die Doppel-Olympiasiegerin hatte fünf Rennen krank absagen müssen. Zu viele, um zum dritten Mal nach 2008 und 2010 den Gesamtweltcup zu gewinnen, der an die Finnin Kaisa Mäkäräinen ging. Der 24-jährigen Deutschen blieb als Trost neben ihren WM-Titeln die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Disziplin-Wertungen Sprint. Nicht schlecht für eine Saison, in die Neuner nach einem kleinen Motivationsloch im vergangenen Frühjahr verspätet und ohne große Erwartungen gegangen war.

Bundestrainer Uwe Müssiggang hat aber nicht nur Neuners wegen allen Grund zur Zufriedenheit. Im seinem ersten Jahr als Chef der Teams Mark Kirchner/Fritz Fischer (Männer) und Gerald Hönig/Ricco Groß (Frauen) überzeugten die deutschen Skijäger auf breiter Front: „Es gab vor der Saison einige Fragezeichen nach den Rücktritten bei den Athleten und den Wechseln im Trainerbereich. So gesehen können wir sehr zufrieden sein“, sagte Müssiggang. Andrea Henkel bestätigte mit zwei Siegen, neun Podestplätzen und Rang zwei im Gesamtweltcup ihre Weltklasse eindrucksvoll, Miriam Gössner deutete mit drei zweiten Plätzen an, welches Potenzial in ihr schlummert. Die laufstarke 20-Jährige muss sich nur am Schießstand weiter verbessern.

Peiffer setzt Ausrufezeichen

Bei den Männern ist der Aufschwung nach der Olympia-Pleite 2010 unverkennbar. Arnd Peiffer reifte zum Siegläufer. Während Michael Greis im Weltcup konstant um Podiumsplätze kämpfte, ohne den großen Wurf zu landen, setzte der Niedersachse die Ausrufezeichen. In Presque Isle gewann Peiffer ebenso den Sprint wie bei der WM in Sibirien. Er spricht von einer „sehr positiven Saison mit tollen Höhepunkten“, sieht sich aber noch nicht als neue deutsche Nummer eins. Routinier Greis blickte beim Weltcupfinale am Holmenkollen mit gemischten Gefühlen zurück: „Die Saison war eigentlich gut, ich war besser als die Jahre zuvor. Im Dezember hat mir ein bisschen die Schießleistung gefehlt. Die Weltcups in der USA waren relativ großer Aufwand und nichts ist rausgekommen. Entsprechend ist es bei der WM gelaufen.“ Greis’ Ärger über Chanty Mansijsk ist noch nicht verraucht: „Meine Form war nicht schlecht, aber dann habe ich die falschen Ski ausgewählt. Ich bin überhaupt nicht reingekommen.“

In Oslo überzeugten nun Andreas Birnbacher und Alexander Wolf mit den Plätzen eins und drei im Sprint. Um Spitzenresultate zu erzielen, müssen viele Kleinigkeiten passen. Im deutschen Biathlonteam hat man offenbar die richtige Mischung gefunden. (sid)

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