Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wolfgang Hettfleisch ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.
+
Wolfgang Hettfleisch ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.

Kommentar

Alles neu

Fast hätte man meinen können, es gebe so etwas wie Normalität im Profiradsport. In Deutschland, wo die Sportart zuletzt wahlweise als "igitt" oder

Von WOLFGANG HETTFLEISCH

Fast hätte man meinen können, es gebe so etwas wie Normalität im Profiradsport. In Deutschland, wo die Sportart zuletzt wahlweise als "igitt" oder "igittigitt" galt, gab es plötzlich sportliche Schlagzeilen von der WM in Varese. Tenor: Wir sind wieder wer!

Das relativierte sich rasch. Weil Franck Schleck den Madrider Radler-Mabuse Fuentes, dem er ganz versehentlich Geld überwiesen haben soll, auf keinen Fall auch nur entfernt gekannt haben kann; weil Bjarne "Sie wissen schon" Riis ihm das echt so was von glaubt; weil ein paar Tour-de-France-Blutproben noch mal mit modernster Analytik untersucht und ein paar Leute deshalb furchtbar nervös werden; weil Lance Armstrong - unser Held, der die Zugedröhnten mit nichts als Pullen voller Volvic aus den Latschen fuhr - mangels rechtzeitig beantragtem Blutpass vielleicht das Comeback verschieben muss.

So leicht lassen sich die bösen Geister nicht vertreiben. Den Preis als hartnäckigster Verfolger bei der Tour der Jurisprudenz hat sich übrigens Floyd Landis verdient. Der ist Mennonit, kennt mithin die Bibel wie sein eigenes Testosteronpflaster und lügt nie. Die Anderen tun das hingegen ständig. Erst das französische Labor, das irgendwie Spuren nicht körpereigenen Testosterons in die Probe zauberte, die nach seinem alpinen Gewaltritt anno 2006 genommen worden war; dann die US-Antidopingagentur, die böswillig falsch Zeugnis wider ihn ablegte, indem sie diesen ja bekanntlich schon qua Herkunft mächtig suspekten Franzosen glaubte und ihn sperrte; und nun auch noch der Sportgerichtshof CAS, dessen Richter bei der Bestätigung der zweijährigen Sperre gegen Justizopfer Landis ganz sicher befangen waren, weil sie nämlich als Juristen gelegentlich auch einen Sportler vor dem Lausanner Tribunal vertreten. Landis kann das dem US-Zivilgericht, an das er sich nun wendet, genau erklären. Er hat einen der drei CAS-Richter selbst ausgesucht.

Was der bald 33-jährige Landis mit seiner Gerichts-Rundfahrt bezweckt, bleibt sein Geheimnis. Die Sperre hat er Ende Januar abgesessen, ein Team ist in Sicht, die US-Gerichtsbarkeit nicht zuständig. Er will die 100 000 Dollar Gerichtskosten nicht zahlen, die ihm das CAS aufbrummte. Bei den Anwaltskosten, die der Mann hat, ist das nun wirklich kein Wunder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare