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6:2, 6:2 - Angelique Kerber ließ der Italienerin Elisabetta Cocciaretto keine Chance.

Tennis

Aller Sorgen zum Trotz

Angelique Kerber und Alexander Zverev stehen bei den Australien Open in der zweiten Runde

Die deutschen Tennisstars Angelique Kerber und Alexander Zverev erfüllten ihre ersten Pflichtaufgaben bei den Australian Open ohne großes Zittern. Gegen die überforderte italienische Qualifikantin und Grand-Slam-Debütantin Elisabetta Cocciaretto hatte Kerber am Dienstag in Melbourne beim 6:2, 6:2 wenig Probleme. Fast zeitgleich sicherte sich Zverev mit dem 6:4, 7:6 (7:4), 6:3 gegen Cocciarettos Landsmann Marcos Cecchinato die Chance auf Runde drei. „Es war eine großartige erste Runde“, sagte Zverev und kündigte an, für jeden Sieg 10.000 Dollar für die Betroffenen der Buschbrände zu spenden: „Ich weiß, ich bin nicht der große Favorit für dieses Event. Aber wenn ich gewinne, werde ich jeden einzelnen Cent spenden.“ Für ein erfreuliches Ergebnis aus deutscher Sicht hatte zuvor auch Laura Siegemund mit dem sicheren Zweitrundeneinzug gesorgt. „Es war nicht so leicht. Es ist großartig in der nächsten Runde zu sein“, sagte Kerber.

6:4, 7:6, 6:3 - Alexander Zverev ließ dem Italiener Marcos Cecchinato keine Chance.

So wie bei Kerber die Oberschenkelblessur das zentrale Thema der vergangenen Tage gewesen war, waren es bei Zverev die Schwächen beim Aufschlag. Gegen Cecchinato hinderten ihn diese nicht. In allen drei Sätzen leistete sich der Weltranglistensiebte gegen den 70 Ränge schlechter platzierten Italiener zwar auch Schwächephasen und Aufschlagverluste, kam aber jeweils direkt wieder zurück.

Verbissen hatte Zverev bis kurz vor dem Auftakt des Grand-Slam-Turniers trainiert – und durfte dann unter dem dunklen Abendhimmel in der Margaret-Court-Arena trotz zwischenzeitlichen Kopfschüttelns, Haderns und nicht abgeschüttelter Unsicherheiten endlich seinen ersten Sieg in der neuen Saison feiern. Den ersten Satz sicherte sich der Favorit mit vier Spielgewinnen nacheinander. Der erste Schläger war da schon auf der Seite seines Kontrahenten krachend auf den blauen Hartplatz geflogen.

Bei Angelique Kerber hatte ein großes Fragezeichen vor allem hinter der Fitness gestanden. Die auf Weltranglistenplatz 1 abgerutschte Schleswig-Holsteinerin quälte sich mit einer Verletzung am hinteren linken Oberschenkel herum, die in Adelaide vor einer knappen Woche noch zur Aufgabe geführt hatte. Keine guten Aussichten.

Anders als Cocciaretto, die mit einem Verband am rechten Oberschenkel spielte, kam Kerber diesmal aber ohne medizinische Auszeit aus. Gegen diese „sehr selbstbewusste junge Dame“, wie die deutsche Frauentennis-Chefin Barbara Rittner die unbekannte Gegnerin vorgestellt hatte, von der die umfangreiche Webseite der Spielerinnenorganisation WTA nicht einmal ein Foto anbietet, half Kerber auch ihre Routine. Und die Zahl der unerzwungenen Fehler ihrer Gegnerin, die sich schon nach zwei Spielen auf elf summierten.

Wie viel Sicherheit der erst zweite Sieg in diesem Jahr Kerber nach den Monaten voller Enttäuschungen, früher Erstrundenniederlagen und einem Trainerwechsel zu Dieter Kindlmann bringen, werden wohl erst die nächsten Tage zeigen. Dieser Neuanfang werde ein längerer Prozess, hatte Kerber selbst zu Protokoll gegeben. (dpa)

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