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Alba schreibt Geschichte und will mehr

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Alba-Trainer Luka Pavicevic ist mit seinem Team zufrieden.
Alba-Trainer Luka Pavicevic ist mit seinem Team zufrieden. © Foto: dpa

Rauschende Europapokal-Nacht: 15 Jahre nach dem sensationellen Gewinn des Korac-Cups hat Alba durch das 72:59 über Hapoel Jerusalem als erster deutscher Club die Eurocup-Endrunde erreicht.

Berlin. Albas Basketballer waren nicht zu stoppen: Erst tanzten die Berliner Arm in Arm mitten auf dem Parkett, dann drehten sie vor ihren euphorisierten Fans eine ausgedehnte Ehrenrunde - an das Ende einer rauschenden Europapokal-Nacht wollten die "Albatrosse" partout nicht denken.

15 Jahre nach dem sensationellen Gewinn des Korac-Cups hatte Alba zuvor erneut nationale Basketball-Geschichte geschrieben und durch das 72:59 über Hapoel Jerusalem als erster deutscher Club die Eurocup-Endrunde erreicht.

"Das ist großartig. Dafür arbeiten wir Tag und Nacht", sagte der langjährige Alba-Geschäftsführer Marco Baldi tief berührt zum Sprung ins Final Four des zweitwichtigsten europäischen Club-Wettbewerbs. Spieler und Fans feierten in der Halle noch eine halbe Stunde nach der Schlusssirene ausgelassen den historischen Coup im Viertelfinal-Rückspiel. Angetrieben von 14 500 fanatischen Zuschauern in der O2 World hatte der Bundesliga-Spitzenreiter mit einer überragenden Teamleistung das 61:67 aus dem Hinspiel umgebogen.

"Das ist ein geiler Basketball-Abend, der jetzt leider ein bisschen zu Ende geht. Aber wir genießen den Moment", sagte der aufgeladene Alba-Spielmacher Steffen Hamann zu später Stunde. Dann blickte der Nationalspieler nach vorn: "Wir wollen jetzt hier nicht aufhören, die Reise geht weiter."

Trainer Luka Pavicevic wirkte derweil schon wieder auffallend zurückhaltend. In ruhigen Tönen lobte er seine Spieler, die "mit ganzem Herzen und Hirn" gespielt und sogar ohne den ausgefallenen Kapitän Julius Jenkins "ein großes Ziel in dieser Saison" erreicht hatten. Doch bei einem Zwischenstopp in der Kabine hatte der Serbe seiner riesigen Freude freien Lauf gelassen und einen Betreuer fast erdrückt, berichtete Co-Trainer Konstantin Lwowsky. Dabei habe Pavicevic seinen Spielern erklärt, dass es zwei Arten von Siegen gebe: exzellente und großartige - der über Haopel sei exzellent gewesen, den großartigen hebe sich Alba für das Endspiel auf.

Im Final Four am 17. und 18. April trifft der achtmalige deutsche Meister im Halbfinale auf Bizkaia Bilbao, das im nur 60 Kilometer entfernten Vitoria quasi ein Heimspiel vor seinen baskischen Fans haben wird. Bei einem Final-Einzug würden der BC Valencia oder Panellinios Athen warten. "Wir wollen in Vitoria nicht ein schönes Wochenende feiern, sondern an den Mittwoch gegen Jerusalem anknüpfen. Wir sind noch nicht fertig", unterstrich Alba-Sportdirektor Henning Harnisch. Allerdings erlebten die Berliner bei ihrem bislang letzten Aufenthalt in Vitoria einen Alptraum-Abend. Im November 2008 kassierten sie im Euroleague-Spiel beim damaligen spanischen Meister Tau mit 65:106 ihre bisher höchste Europapokal-Pleite.

In der Stunde des Triumphes warnte Geschäftsführer Baldi vor zu ausgiebiger Titel-Träumerei, untermauerte aber den Alba-Anspruch, sich der europäischen Spitze weiter zu nähern. "Das hört sich fast überheblich an: Wir müssen in Europa eigentlich keinen mehr überzeugen. Ich habe manchmal das Gefühl, wir müssen das in Deutschland eher tun als in Europa", meinte Baldi und fügte an: "In Deutschland wird es schon ein gewissen Ausrufezeichen sein."

Wirtschaftlich sei der Einzug in das Final Four eher ein Minus-Geschäft, sagte Baldi, "aber das nehmen wir gerne in Kauf." Auf den Eurocup-Sieger wartet nämlich eine verlockende Belohnung: Er qualifiziert sich ebenso wie der deutsche Champion direkt für die Euroleague. Den Sprung in Europas Königsklasse hatte Alba zu Saisonbeginn verpasst und landete deshalb im Eurocup. (dpa)

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