Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Spießrutenlauf: Patrice Evra (v.) wird in Liverpool beschimpft.
+
Spießrutenlauf: Patrice Evra (v.) wird in Liverpool beschimpft.

Liverpool besiegt ManU

Affentheater an der Anfield Road

Der 2:1-Sieg des FC Liverpool gegen Manchester United bekommt einen negativen Beigeschmack: Weil ManU-Verteidiger Evra von einem Liverpool-Fan beleidigt wurde, ermittelt die Polizei.

Der 2:1-Sieg des FC Liverpool gegen Manchester United bekommt einen negativen Beigeschmack: Weil ManU-Verteidiger Evra von einem Liverpool-Fan beleidigt wurde, ermittelt die Polizei.

Erst Fußballprofi Luis Suarez, jetzt ein unbelehrbarer Fan: Traditionsklub FC Liverpool musste sich nach 2:1-Sieg gegen Manchester United in der vierten Runde des englischen Fußball-Pokals am Wochenende erneut mit Rassismus-Vorwürfen auseinandersetzen. Nachdem Liverpool-Angreifer Suarez im Oktober beim Ligaspiel gegen United seinen Gegenspieler Patrice Evra als „Neger“ bezeichnet haben soll, wurde der Franzose nun von einem Fan der Gastgeber auf der Tribüne gestenreich als „Affe“ verunglimpft.

Inzwischen wurde ein 59-Jähriger aus Nord-Wales verhaftet. Nachdem Bilder des Anhängers im Internet erschienen waren, hatte die Merseyside Police in Liverpool bereits am Samstag Ermittlungen aufgenommen.

Acht Spiele Sperre für Suarez

„Nach dem Spiel wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass im Internet entsprechende Bilder kursieren. Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen und bitten unsere Fans, alle Informationen an die Polizei weiterzugeben“, hieß es in einem ersten Statement der „Reds“. Hochsensibel ist das Thema Rassismus in Liverpool bereits seit dem 15. Oktober 2011.

Suarez war vom englischen Fußballverband FA für insgesamt acht Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Pfund (48.000 Euro) verurteilt worden, weil er Evra rassistisch beleidigt haben soll. Die FA hatte erklärt, Suarez habe das Wort „Neger“ mehrmals benutzt. Abwehrspieler Evra wurde deshalb am Samstag an der Anfield Road gnadenlos ausgepfiffen.

Kuyt trifft für Liverpool

Dabei hatten die Liverpool-Anhänger während des Spiels eigentlich reichlich Grund zum Jubeln. Denn die Reds, die auch im Finale des – nachrangigen – englischen Ligapokals stehen, besiegten den Erzrivalen durch einen späten Treffer von Dirk Kuyt (88.) mit 2:1 und stehen im FA-Cup-Achtelfinale. Die Anfield Road glich nach dem Treffer des eingewechselten Niederländers einem Tollhaus.

Der Däne Daniel Agger (22.) hatte die Mannschaft von Kenny Dalglish per Kopf in Führung gebracht, der Südkoreaner Park Ji-Sung (40.) per Direktabnahme das zwischenzeitliche 1:1 erzielt. ManUnited-Profi Antonio Valencia (19.) hatte mit einem Pfostenschuss Pech. „Diese Niederlage fühlt sich übel an. Wir waren die bessere Mannschaft, haben bei den Gegentoren aber ganz schlecht ausgesehen“, sagte „Red Devils“-Trainer Sir Alex Ferguson, der ohne Wayne Rooney auskommen musste.

Rassismus auch bei Chelsea-Partie

Der FC Chelsea hatte zuvor beim Premier-League-Konkurrenten Queens Park Rangers mit 1:0 gewonnen. Juan Mata sorgte im Londoner Derby per Foulelfmeter (63.) für die Entscheidung zugunsten der Blues. Vorausgegangen war eine Attacke von Clint Hill an Daniel Sturridge. Auch diese Partie wurde von Rassismus-Vorwürfen überschattet. Die Spieler hatten sich vor dem Anpfiff nicht die Hand gegeben.

Die Streichung der obligatorischen Geste aus dem offiziell festgelegten Programm des nationalen Fußball-Verbandes FA erfolgte auf Antrag beider Klubs mit Blick auf die am Mittwoch stattfindende gerichtliche Anhörung von Chelseas Nationalmannschaftskapitän John Terry wegen angeblich rassistischer Beschimpfungen von QPR-Profi Anton Ferdinand.

Der jüngere Bruder von Terrys Nationalelf-Kollege Rio Ferdinand hatte die Vorwürfe nach dem Duell beider Teams am 23. Oktober erhoben. Die Staatsanwaltschaft sieht die Anschuldigungen durch Internet-Videos belegt und hatte daraufhin das Verfahren gegen Terry eingeleitet. Der bestreitet die Vorwürfe und sieht sich einer Hetzkampagne ausgesetzt. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare