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Entgegen vieler Vorurteile sind ältere Arbeitnehmer keineswegs grundsätzlich fehleranfälliger als jüngere.

Ältere Arbeitnehmer mit geringerer Fehlerrate

Langsamere Reaktion hat auch Vorteile - Studie der Uni Dortmund

Heidelberg (ap). Entgegen vielen Vorurteilen sind ältere Arbeitnehmer keineswegs grundsätzlich fehleranfälliger als jüngere - im Gegenteil: "Ältere Gehirne scheinen oft nach dem Prinzip 'lieber etwas langsamer, aber dafür richtig' zu Werke zu gehen", berichtet der Neurophysiologe Michael Falkenstein von der Universität Dortmund in der Zeitschrift "Gehirn&Geist". Er konnte gemeinsam mit anderen Forschern in einer Studie zeigen, dass im Alter bestimmte Hirnprozesse gestärkt und dadurch andere Defizite kompensiert werden.

Ablenkungs-Experiment

Im Rahmen der Studie präsentierten die Wissenschaftler dem Bericht zufolge Testpersonen unterschiedlichen Alters in der Mitte eines Monitors einen Pfeilkopf, auf den sie per Tastendruck reagieren sollten, und zwar jeweils mit jener Hand, auf die die Spitze des Pfeilkopfes zeigte. Kurz vor dessen Erscheinen lenkten die Forscher die Probanden ab, indem sie oberhalb und unterhalb der Monitormitte andere flankierende Pfeilspitzen aufleuchten ließen. Diese zeigten jeweils in der Hälfte der Fälle in die gleiche oder aber in die entgegengesetzte Richtung jenes Pfeilkopfes, auf den reagiert werden sollte.

Ältere sind langsamer aber genauer

Der Zeitschrift zufolge reagierten die Testpersonen unabhängig vom Alter langsamer, wenn die flankierenden Pfeile in die Gegenrichtung zeigten. Zugleich stieg die Zahl der falschen Antworten. Doch das wichtigste Ergebnis der Studie war: Den älteren Probanden unterliefen bei der Aufgabe nur halb so viele Fehler wie den jüngeren. Diese sprangen nach Angaben der Experten nämlich auf die flankierenden Reize so schnell an, dass sie häufiger die falsche Taste drückten. Die Älteren dagegen aktivierten ihre Reaktion zwar später, doch genau das schützte sie oftmals vor Fehlern.

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