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Wissenschaftlich nachgewiesen: Kalte Güsse regen das Immunsystem an.
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Wissenschaftlich nachgewiesen: Kalte Güsse regen das Immunsystem an.

KNEIPP-GüSSE

Die Abwehrkräfte stärken

Die Volksweisheit, dass "Abhärten" gegen Husten und Schnupfen schützt, geht auf Pfarrer Kneipp zurück. Laut Kneipp stärken Warm-Kalt-Reize mit Wasser das

Von MARGIT MERTENS

Die Volksweisheit, dass "Abhärten" gegen Husten und Schnupfen schützt, geht auf Pfarrer Kneipp zurück. Laut Kneipp stärken Warm-Kalt-Reize mit Wasser das Immunsystem. Mediziner des Universitätsklinikums Jena konnten jetzt die Wirksamkeit kalter Güsse als effektiven Schutz gegen Infekte wissenschaftlich nachweisen.

"Mit unserer Studie konnten wir stichhaltig belegen, dass die altbekannten Kneippschen Güsse ganz effektiv dazu beitragen, die Anfälligkeit gegenüber Infekten, also Erkältungen und Grippe, zu senken", erläutert Christine Uhlemann, Leiterin des Kompetenzzentrums für Naturheilverfahren an der Uniklinik.

Die Jenaer Mediziner untersuchten im Rahmen einer Doktorarbeit mehrere Monate lang, wie die so genannten Kneippschen Obergüsse auf das Immunsystem von 20 Patienten mit chronischer Bronchitis wirkt. Als Folge der eingeschränkten Lungenfunktion sind die Betroffenen sehr anfällig für Infekte, die die Krankheit weiter verschlechtern und mit einer Vielzahl oft starker Medikamente bekämpft werden müssen.

Für die Studie wurden den Patienten zehn Wochen lang dreimal wöchentlich kalte Güsse und zweimal wöchentlich kalte Waschungen des Oberkörpers verabreicht. Bei den Obergüssen gießt der Therapeut mit einem dicken Schlauch einen Schwall kalten Wassers von unten nach oben über den über ein Becken gebeugten Oberkörper des Patienten. Anschließend ruht der Patient in Decken gehüllt, bis der Körper wieder erwärmt ist.

Anzahl der Infekte nahezu halbiert

In Voruntersuchungen und einer nach drei Monaten vorgenommenen Nachuntersuchung wurde dann die Reaktion des Immunsystems auf die Kaltwasser-Anwendungen geprüft. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Anzahl der Infekte durch die regelmäßigen Wasseranwendungen nahezu halbiert hatte. Zudem stieg die Zahl der für die Infektionsabwehr wichtigen Lymphozyten und Interferone im Blut der Probanden um 13 beziehungsweise 19 Prozent. Diese Werte blieben auch drei Monate nach der Behandlung erhalten. Das beweist, dass die Immunabwehr anhaltend gestärkt wurde.

"Wir können damit zeigen, dass sich durch regelmäßige Kaltwasser-Güsse über einen langen Zeitraum die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte wirksam senken lässt", resümiert Uhlemann. "Das ist nicht nur für die untersuchte Gruppe von Patienten mit chronischer Bronchitis von Bedeutung, sondern für alle Menschen mit einer Neigung zu häufigen Infekten." Allerdings hat sich auch gezeigt, dass nur bei regelmäßiger Anwendung und erst nach einiger Zeit eine Wirkung einsetzt. Uhlemann: "Daraus folgt: Wer die Schnupfen-Saison im Herbst unbeschadet überstehen will, muss früh mit der Kaltwasser-Abhärtung beginnen."

Einem Schnupfen vorbeugen kann man natürlich auch im heimischen Badezimmer beispielsweise mit Wechselduschen: Nach einer warmen Dusche werden zunächst Beine und Arme von unten nach oben, dann der Rumpf von außen Richtung Herz mit kaltem Wasser begossen. Kräftig abtrocknen.

Das Team um Uhlemann konnte bereits in einer früheren Studie mit 363 Patienten mit Erkrankungen des Bewegungs- oder Herz-Kreislauf-Systems den Erfolg einer Kneipp-Kur nachweisen. Eine Kombination aus verschiedenen Kneipp-Therapien, wie Wasser-, Bewegungs- und Ernährungstherapie, linderte die Schmerzen der Patienten deutlich und anhaltend, verbesserte ihre subjektive Befindlichkeit und reduzierte ihren Medikamentenverbrauch - und zwar mit einer Langzeitwirkung von mindestens einem Jahr.

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