Handball

Nur die Abwehr bereitet DHB-Frauen Sorgen

Die deutschen Handball-Frauen sind mit einem Kantersieg in die EM-Qualifikation gestartet. Auch wenn der Bundestrainer haderte – der Auftritt gegen Weißrussland macht Lust auf die WM-Saison.

Zusammen mit seinen Spielerinnen genoss Henk Groener die Ovationen der Zuschauer. „Die Fans haben Highspeed-Handball und viele Tore gesehen“, sagte der Bundestrainer nach dem lockeren 40:30-Erfolg zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Weißrussland. Vollends zufrieden war Groener mit der Leistung von Emily Bölk und Co. aber nicht.

Sein Fokus liegt längst auf der WM. „Mit Blick auf Japan war das ein guter Anfang, aber gerade in der Abwehr müssen wir uns steigern“, sagte Groener. Und so hatte nicht bloß der Niederländer die erfüllte Pflichtaufgabe in Coburg, exakt 66 Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen Brasilien, schnell abgehakt.

„Wir wissen, dass wir bis zur WM noch an vielen Dingen arbeiten müssen“, befand Bölk, mit sechs Treffern zusammen mit Kapitänin Kim Naidzinavicius beste Werferin ihrer Mannschaft, und lenkte den Blick direkt auf Sonntag. Dann will das DHB-Team im Kosovo nämlich nicht bloß den nächsten Schritt in Richtung Endrunde 2020 in Dänemark und Norwegen machen. Hinsichtlich der WM gilt es vor allem, in der Defensive zuzulegen.

„Wenn du 40 Tore wirfst, gewinnst du meistens“, analysierte Groener treffend: „Mit 30 Gegentoren kannst du aber auch verlieren.“ Im ersten Länderspiel seit Anfang Juli fehlte es der Hintermannschaft bisweilen noch an der nötigen Aggressivität und Konsequenz.

Groener weiß: Bei der WM im japanischen Kumamoto (30. November bis 15. Dezember) geht es gleich in der Vorrunde gegen andere Kaliber. Und um unter die besten Acht zu kommen – das erklärte Verbandsziel, um bei einem Olympia-Qualifikationsturnier dabei zu sein – wird sich das deutsche Team noch ein wenig strecken müssen.

Anlass zu verhaltenem Optimismus gibt die Angriffsleistung des EM-Zehnten. Das Tempospiel funktionierte schon ganz gut, und auch aus dem Rückraum strahlte das deutsche Team viel Torgefahr aus. „Ich habe ein gutes Gefühl, was diese extrem wichtige Saison betrifft“, sagte Kreisläuferin Julia Behnke. Und Torfrau Dinah Eckerle versicherte: „Wir haben definitiv Vorfreude auf eine wichtige Saison.“ (sid)

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