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Autoaufkleber werben für die Unterstützung der olympischen Bewerbung 2026 in Calgary.

Kanada

Abstimmung über Bewerbung für Winter-Olympia 2026

Kanada, Italien oder Schweden - wer richtet 2026 die Olympischen Winterspiele aus. Calgary muss heute eine wichtige Hürde meistern.

Die Bürger der kanadischen Stadt Calgary stimmen heute über eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2026 ab. Die Wahllokale schließen um 20.00 Uhr Ortszeit (4.00 Uhr MEZ am Mittwoch).

Welche Bedeutung hat die Abstimmung?
Das Ergebnis der Abstimmung ist nicht bindend. Der Stadtrat hatte sich angesichts von Finanzierungsproblemen Anfang des Monats allerdings nur knapp gegen einen Ausstieg aus der Bewerbung ausgesprochen. Eine Niederlage der Olympia-Befürworter würde die Kandidatur wohl zu Fall bringen.

Wann fällt die Entscheidung über den Ausrichter?
Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees trifft de Entscheidung über den Ausrichter am 24. Juni 2019 in Lausanne. Im Oktober hatte das IOC neben Calgary auch Mailand/Cortina d'Ampezzo und Stockholm in den Kreis der Kandidaten aufgenommen. Nachträglichen Ambitionen von Buenos Aires erteilte IOC-Präsident Thomas Bach eine Absage.

Wie sieht es bei den Konkurrenten aus?
Bach hatte die italienische Initiative von Mailand und Cortina zuletzt bei einem Besuch in Rom gelobt, obwohl sie - anders als bislang üblich - nicht auf staatliche Garantien, sondern nur auf die finanzielle Unterstützung der Regionen bauen kann. In Stockholm treibt das Nationale Olympische Komitee die Bewerbung voran, es mangelt ihr aber an Unterstützung aus der Politik. Erschwerend kommt die schleppende Regierungsbildung in Schweden hinzu.

Welche Chancen hätte Calgary international?
Gute. Das IOC hatte nach den Abenteuern in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2026 eine Rückkehr in eine traditionelle Wintersportregion angekündigt. Calgary würde diese Bedingung erfüllen. Ein Pluspunkt für die Kanadier ist auch die gelungene Ausrichtung der Winterspiele 2010 in Vancouver. Und 1988 hat Calgary bereits gezeigt, dass es die Spiele ausrichten kann. Das Eishockeyturnier würde auf jeden Fall ein Fest in der nach dieser Sportart verrückten Nation.

Wie sieht es mit einer deutschen Bewerbung aus?
Deutschland richtete 1936 in Garmisch-Partenkirchen Winterspiele aus, ist danach aber viermal gescheitert: für 1960 mit Garmisch-Partenkirchen (Spiele in Squaw Valley, USA), 1992 mit Berchtesgaden (Albertville, Frankreich), 2018 und 2022 mit München (Pyeongchang, Südkorea bzw. Peking, China). Derzeit gibt es keine konkreten, öffentlich bekannten Bestrebungen zu einer Bewerbung. Im Rahmen einer künftigen Strategie zur Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen, für die im Bundeshaushalt 2019 eine Million Euro hinterlegt ist, kommt das Thema Olympia aber womöglich bald wieder auf die Tagesordnung.

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