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Eisgekühlt: Tony Martin verlässt die Tour.

Tour de France

Ins Abseits gerempelt

Tony Martin hadert mit dem Tour-Ausschluss. Die Alpenetappe gewinnt Nairo Quintana.

Mit dem Rucksack auf der Schulter trat Tony Martin die Heimreise von der Tour de France an. Statt auf den legendären Galibier ging es mit dem Zug zurück ins Schweizer Domizil. Alles Hoffen war vergebens, die Rennjury kannte kein Pardon. Auch ein kurzfristiger Einspruch vor dem Internationalen Sportsgerichtshof CAS konnte am Donnerstag den Ausschluss des viermaligen Zeitfahr-Weltmeisters und des Briten Luke Rowe nach der Rangelei am Mittwoch von der 106. Frankreich-Rundfahrt nicht mehr verhindern. „Das große Ziel Paris war nah. Das ist nicht schön“, sagte Martin am Donnerstag, nachdem der Tour-Tross ohne ihn weitergezogen war.

Martin war noch mit seinen Teamkollegen von Jumbo-Visma im Bus zum Start gefahren, auf das Rennrad stieg er aber nicht mehr. „Wir haben Einspruch eingelegt. Die Anwälte des Teams waren mit dem Fall beschäftigt und sind vor den CAS gegangen“, berichtete Martin. Es blieb aber bei der Disqualifikation. „Ich freue mich auf Zuhause, auf die Familie. Dann bereite ich mich auf die Vuelta vor“, ergänzte der 34-Jährige.

Schon zuvor hatte Martin in einem gemeinsamen Video mit Widersacher Rowe vom Ineos-Team um „eine zweite Chance“ gebeten. „Lasst uns im Rennen. Lasst es uns in den nächsten Tagen besser machen. Wir können nicht zeigen, dass es uns leid tut. Auf diese Art zu gehen, ist ein falsches Zeichen“, appellierte Martin an die Rennjury.

Die Aussicht auf Erfolg war aber ohnehin gering. Das hatte schon der prominente Fall Peter Sagan 2017 gezeigt. „Ich fühle mich schlecht und traurig“, betonte Martin und fügte hinzu: „Ich möchte mich bei Luke, dem Team Ineos und der Radsport-Welt entschuldigen.“

Der Vorfall sei im Eifer des Gefechts passiert. „Es war ein großer Kampf vor dem letzten Anstieg, um die Kapitäne in Position zu bringen. Wir sind über fünf Stunden gefahren bei rund 35 Grad. Wir waren alle am Limit.“

Was war genau passiert? Auf Videos ist zu sehen, wie Martin dem Briten gut 15 Kilometer vor dem Ziel ziemlich heftig den Weg abschneidet. Dieser hebt danach die Hand und scheint nach Martin schlagen zu wollen. Die Rennjury untersuchte den Fall und traf schließlich die Entscheidung: Beide Fahrer wurden zu einer Geldstrafe von 1000 Schweizer Franken und dem Abzug von 50 Punkten in der Weltrangliste verurteilt, wie der Radsport-Weltverband UCI mitteilte.

Die Teams reagierten mit Unverständnis auf die Entscheidung. „Die Vorfälle verdienen eine Geldstrafe und eine Verwarnung, aber nicht einen Ausschluss. Eine Gelbe Karte und keine Rote Karte“, teilten beide Teams in einer Erklärung mit. Die Rangelei habe keinen anderen Fahrer beeinflusst und sei nicht zu einem Nachteil von irgendeinem Team gewesen.

Diese Ansicht vertrat auch Rowes Teamkollege und Tour-Champion Geraint Thomas: „Die Jungs machen alle den gleichen Job. Sie versuchen, ihren Kapitän in Position zu bringen. Da kommt es zu Rangeleien, nichts wirklich Schlimmes.“

Nairo Quintana gewinnt Alpenetappe

Nairo Quintana hat die Königsetappe der Tour de France gewonnen. Der 29-Jährige Kolumbianer vom Team Movistar setzte sich nach 208 km und drei Alpengipfeln, darunter der legendäre Galibier, in Valloire mit deutlichem Vorsprung auf Romain Bardet (Frankreich) durch. Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe) kam zeitgleich mit den Favoriten ins Ziel. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Franzose Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step) erfolgreich. Nach einer waghalsigen Abfahrt ins Ziel kam er gleichauf mit den Favoriten an. 

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