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Drei Punkte wären förderlich: Alexander Nouri.
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Drei Punkte wären förderlich: Alexander Nouri.

SV Werder Bremen

66, 66, 65, 65

Wie in den vier Jahren zuvor, ist Werder Bremen auch vor dem Spiel bei Mainz 05 wieder auf einem schlechten Weg: Es fallen viel zu viele Gegentore.

Von Jan Christian Müller

Es sind unruhige Tage in Bremen, Tage, in denen an den Stammtischen Namen diskutiert werden. Bruno Labbadia, Andreas Herzog, Jos Luhukay, Huub Stevens, André Breitenreiter, Thomas Schaaf, sogar Peter Neururer. Es geht um die Nachfolge von Alexander Nouri. Nur: Nouri, 37 Jahre alt, ist noch gar nicht entlassen. Aber auch am Standort Bremen ist es nicht anders als anderswo. Wenn ein Trainer wackelt, was bei Nouri noch nicht einmal Sportchef Frank Baumann verheimlichen kann, zerbrechen sich die Leute den Kopf, wer es besser machen könnte.

Am heutigen Samstagnachmittag spielt der Tabellen-16. bei Mainz 05. Dass das kein ganz normales Spiel ist, zeigt schon die Tatsache, dass der Bremer Tross bereits seit Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet weilt. Einen Tag eher, als es normalerweise bei Auswärtsspielen der Fall ist. Man kann das als Verzweiflungsakt bezeichnen oder als notwendige Fokussierung angesichts der wieder einmal zugespitzten Situation dort unten.

In der allwöchentlichen Werder-Kolumne der ansässigen Tageszeitung „Weser-Kurier“ war diesmal Arnd Zeigler dran. Der ist überregional dafür verantwortlich, dass die lustigen Begebenheiten im deutschen Profifußball in „Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs“ listig zusammengeschnitten und kommentiert werden. Wenn es um Werder geht, ist es Zeigler allerdings stets sehr ernst. Er ist Fan und Stadionsprecher in Personalunion, und die Aufgeregtheiten der Woche haben ihn animiert, die Anti-Nouri-Anti-Baumann-Stimmung runterzudimmen. Tenor: Leute, werdet nicht hysterisch, es ist vieles nicht so schlecht, wie es in der Tabelle aussieht.

Man kann das so sehen, muss aber nicht. Es macht die Angelegenheit sicher nicht einfacher, dass ausgerechnet der in Bremen ausgesprochen unbeliebte Hamburger SV mit zwei klugen Transfers in der Winterpause wieder so etwas wie festen Boden unter die Füße bekommen hat. Bei Werder dagegen hat auch die Verstärkung der Abwehr um einen Mann mehr und somit eine Fünfer- statt eine Viererkette nicht dazu geführt, dass der Kasten endlich mal wieder sauber bleibt. Es ist in Bremen kein operatives Problem mehr, sondern ein strukturelles. Seit der Saison 2010/11 hat Werder immer mindestens 58 Gegentore kassiert, die vergangenen vier Spieljahre gar 66, 66, 65 und 65, zu viele für ein geruhsames Dasein im Mittelfeld.

Es gehört seit den großen Tagen unter Thomas Schaaf zur DNA des Klubs, Offensivspektakel zu bieten, Frank Baumann hat in dieser Tradition konsequent gehandelt, als er 12,5 Millionen Euro für die Offensivkräfte Serge Gnabry und Max Kruse ausgab, aber nur 3,3 Millionen für die fürs Toreverhindern zuständigen Niklas Moisander, Liamine Sané, dem bereits gescheiterten Fallou Diagne sowie Torwart Jaroslav Drobny. Vollauf überzeugt hat keiner, hinzukommt, dass die Verteidigungsmentalität, die Nouri einfordert, schon in den vorderen Reihen allzu oft nicht erbracht wird. So fallen die Gegentore viel zu einfach, so einfach, wie sie auf Bundesliganiveau niemals fallen dürften. Mitverantwortlich dafür war zuletzt auch Torwart Felix Wiedwald, der sich bei Gegentoren zum 0:1 in Leipzig, in Ingolstadt und am vergangenen Samstag gegen Mönchengladbach stets zu spät von der Torlinie löste. Sebastian Mielitz, Raphael Wolf, Wiedwald – auch was diese Position angeht, hat Werder seit dem Abschied von Tim Wiese keine überzeugende Lösung gefunden.

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