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Im Freudentaumel: THW Kiel holt die Champions League, das deutsche Nationalteam profitiert nicht davon.
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Im Freudentaumel: THW Kiel holt die Champions League, das deutsche Nationalteam profitiert nicht davon.

Kommentar

Sport ist nicht alles

  • Jörg Hanau
    vonJörg Hanau
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Nach dem Champions-League-Triumph des THM Kiel weiß Bundestrainer Alfred Gislason nicht, ob er sich freuen soll, denn drei Säulen werden ihm bei der WM fehlen – die Absage des Trios ist aber nur allzu verständlich. Ein Kommentar.

Sollte er lachen? Sich freuen? Oder einfach nur die Bettdecke über den Kopf ziehen? Alfred Gislason dürfte während des finalen Spiels der Champions League sämtliche Gefühlswelten durchschritten haben. Der glanzvolle Triumph des THW Kiel, der am Dienstagabend nach 2007, 2010 und 2012 zum vierten Mal den europäischen Handball-Thron stürmte, dürfte den isländischen Handball-Guru sicher eine Freudenträne entlockt haben. Gislason war selbst viele Jahre der wichtigste leitende Angestellte des Turnvereins Hassee-Winterbek, sammelte mit den Kielern massig Titel. Einer wie er kennt das wohlige Gefühl eines Champions-League-Sieges. Dreimal ist ihm das schon als Trainer geglückt, 2002 mit dem SC Magdeburg, 2010 und 2012 eben mit seinem THW - mit dem er sich auch heute noch so sehr freuen kann.

Aber da gibt es ja noch die andere, weniger schöne Seite dieser 60 Minuten von Köln, die dem 61 Jahre alten Trainer aus Akureyri unangenehme Wahrheiten vor Augen führten. Gislason ist mittlerweile Bundestrainer, soll in knapp zwei Wochen mit seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten bestehen. In der Vorrunde wird ihm das nicht allzu schwer fallen: Uruguay und das Team der Kapverdischen Inseln sind leicht verdauliche Happen, Ungarn hingegen könnte der Resterampe des deutschen Handballs bereits schwer im Magen liegen.

Die Fleischtöpfe des Welthandballs sind für Gislason allerdings schier unerreichbar. Nicht weniger als acht deutsche Stammkräfte fehlen, wenn die globale Handwerker-Messe im Land des Handball-Pharaos und Weltpräsidenten Hassan Mustapha ausgespielt wird. Teils verletzungsbedingt, teils aus familiären Gründen, wie im Falle der Kieler Steffen Weinhold, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek. In Zeiten der Pandemie bleiben die drei Champions-League-Sieger lieber zu Hause bei ihren Familien, als ins Risiko zu gehen. Das ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Während des 33:28-Endspielsieges gegen den turmhohen Favoriten FC Barcelona wurde aber noch einmal gewahr, welch große Lücke ihre Absage im deutschen Team reißt.

Solche Probleme kennen nicht alle Nationen. Das lässt sich gut am neuen Champions-League-Sieger ablesen: Norwegens Spielmacher Sander Sagosen bereitet sich seit heute ebenso auf die WM am Fuße der Pyramiden vor wie Dänemarks im Finale überragender Torwart Niklas Landin oder Kroatiens Kapitän Domagoj Duvnjak. Allesamt unverzichtbare Größen beim THW Kiel und in ihren Auswahlmannschaften. Sie bewegen sich sportlich auf Augenhöhe mit ihren deutschen Teamkollegen. Weinhold, Pekeler und Wiencek ziehen es allerdings vor, die auf 32 Mannschaften aufgepimpte WM-Endrunde vom 13. bis 31. Januar vor dem Fernseher zu verfolgen. Und das ist nur allzu verständlich und nachvollziehbar: Sport ist eben nicht alles.

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