Die Löwen-Bande und ihr Boss: der Frankfurter Trainer Olli Salo (Mitte) und seine Spieler beim Fotoshooting.
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Die Löwen-Bande und ihr Boss: der Frankfurter Trainer Olli Salo (Mitte) und seine Spieler beim Fotoshooting.

Löwen Frankfurt

Spielen, um zu überleben

  • vonMarkus Katzenbach
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Die DEL-2-Saison startet am Freitag ausgerechnet mit dem Eishockey-Derby zwischen den Löwen Frankfurt und den Kassel Huskies.

Beim Gedanken an den Freitagabend klingt bei Franz-David Fritzmeier Wehmut mit, trotz einer gewissen Vorfreude, dass es nun doch losgeht. Aber eben unter gewöhnungsbedürftigen Umständen. „Es ist sehr schade, dass dann keine Zuschauer zugelassen sind. Das ist ja das Spiel der Spiele in der DEL 2“, sagt der Sportdirektor der Frankfurter Löwen, indes: „Auf dem Eis wird es schon zur Sache gehen, aber Fans machen die Würze aus, das wird fehlen.“ Derby fühlt sich anders an.

Dass der Terminplan in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys am Freitag (19.30 Uhr) zum Start der neuen Runde das Aufeinandertreffen der Löwen mit den Kassel Huskies vorsieht, hat vielleicht mit der ewigen, acht Monate währenden Pause im Spielbetrieb zu tun, als ein Höhepunkt zur Wiederöffnung. Brisanz bietet dieses Duell, auch abgesehen von allen alten Hessen-Rivalitäten. In diesem Jahr gar noch etwas mehr: Löwen und Huskies zählen nicht nur zu den Titelanwärtern. Neben den Bietigheim Steelers haben sie sich als einzige um den wieder möglichen Aufstieg in die erste Klasse beworben. Für den Meister öffnet sich nach langen Jahren wieder die Tür nach oben. In Frankfurt wird seit über zwei Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet, in Corona-Zeiten aber haben sich Prioritäten geändert. Und mit Planungssicherheit ist das auch so eine Sache. „Wenn ich eines gelernt habe in der Pandemie: Vieles von dem man heute spricht, ist morgen hinfällig“, sagt Stefan Krämer, geschäftsführender Löwen-Gesellschafter.

Löwen sind ein Titelfavorit

Deshalb gilt für Krämer folgende Reihenfolge: „Wir wollen überleben, als Klub, als Liga, als Eishockeysport.“ Und natürlich wolle man darüberhinaus aufsteigen, habe eine tolle Mannschaft mit viel Qualität und genug Quantität. Doch dringender sind gerade wirtschaftliche Fragen. Geisterspiele treffen die Löwen, die klar die meisten Fans der Liga verbuchen, besonders. „Das ist ein Defizit von zwei Millionen Euro“, rechnet der Gesellschafter vor, beim Publikumsschnitt von 5000 wie zuletzt gewohnt. Da würde auch das auf 800 000 Euro begrenzte Hilfspaket des Bundes längst nicht alle Ausfälle decken, anders als bei anderen Vertreter der Klasse. Und wie lässt sich die Etatlücke schließen? Die Hoffnung bleibt, dass die Eissporthalle irgendwann wenigstens etwas gefüllt werden darf.

„Das würde das Defizit reduzieren“, sagte der Löwen-Chef bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz, zu der die DEL 2 an den Ratsweg geladen hatte. Dass die zweite Klasse, anders als die weiter in Warteschleife befindliche DEL, aus einem einheitlichen Beschluss der Klubs heraus mit zwei Monaten Verspätung tatsächlich loslegt, liegt laut Krämer an „der Verantwortung dem Sport und unseren Mitarbeitern gegenüber“. Hauptsache spielen, um finanziell über die Runden kommen.

Die Löwen haben ihr Team aus der Vorsaison weitgehend beisammen gehalten und gezielt ergänzt. Mit den erstklassig erfahrenen Alexej Dmitriev und Kyle Sonnenburg oder dem einstigen Supertalent Sebastian Collberg. Rechtzeitig zum Start stärkt der Kanadier Kyle Wood die Abwehrreihen des neuen Trainers Olli Salo. Dafür wiederholt sich das Verletzungspech des vergangenen Jahres: Max Faber fällt noch drei Monate aus, Stephen MacAulay ähnlich lange, zudem Adam Mitchell vier bis sechs Wochen: der beste Verteidiger, der beste Stürmer und der Kapitän.

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