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Sönke Rothenberger tanzt mit Fendi

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Von: Katja Sturm

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Vielversprechend: Rothenberger auf Fendi.
Vielversprechend: Rothenberger auf Fendi. © Imago

Viele Spitzenkräfte starten ab Donnerstag beim Frankfurter Festhallen-Reitturnier

In Frankfurt kennt Sönke Rothenberger vor allem den Stangenwald. Obwohl der 28 Jahre alte Bad Homburger mit seinem Paradepferd Cosmo im Dressurviereck weltbekannt geworden ist und unter anderem bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio am Teamgold der deutschen Equipe beteiligt war, stieg er beim Festhallen-Turnier bisher deutlich öfter in den Springsattel. „Das hat sich einfach so ergeben“, erklärte der vielseitig talentierte Pferdesportler am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf dem Messegelände. Als Angehöriger des beteiligten Landesverbandes war er im Parcours schon früh beim Hessentag dabei, der auch bei der 49. Auflage des Traditionsevents in dieser Woche die vier Turniertage am Donnerstag einleiten wird.

Diesmal gilt Rothenbergers Augenmerk jedoch dem Tanz der Pferde am Wochenende. Mit seinem dänischen Wallach Fendi hatte er sich gleich auf der ersten Station im April in Hagen für das Finale des Louisdor-Preises für acht- bis zehnjährige Nachwuchshoffnungen qualifiziert. In diesem werden die beiden, obwohl sie im Oktober in Leeuwarden gemeinsam im Grand Prix debütierten, am Sonntag in der Gudd Stubb auch an den Start gehen. Die Konkurrenz auf höchstem Niveau, zu der die deutschen Einzel-Olympiasiegerinnen Isabell Werth und Jessica Bredow-Werndl zählen, wird der Nationalteamkollege von außen begutachten. Ebenso die Elite der Springreiter mit dem früheren Europameister Christian Ahlmann, der ehemaligen Weltmeisterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann und dem dreimaligen nationalen Titelträger Philipp Weishaupt aus dem aktuellen Championatskader.

Fendi und die Festhalle passen aus Sicht von Rothenberger bestens zusammen. Denn als der Reiter den Vierbeiner als Fünfjährigen für sich entdeckte, standen seine Pferde nach einem Brand im eigenen Stall übergangsweise auf dem Kronberger Schafhof. Die Besitzer des Anwesens, die Familie Rath/Linsenhoff, die auch das Frankfurter Turnier veranstaltet, öffneten für den Neuankömmling noch eine weitere Box.

Mittlerweile hat sich der Dunkelbraune so gut entwickelt, dass er vom renommierten Richter Dietrich Plewa bereits als „Weltpferd“ bezeichnet wurde. „Der Championatskader lässt grüßen“, erklärte der Fachmann im Frühjahr.

Rothenberger selbst bleibt noch bescheiden. Erst wenn Fendi, der hohe Qualitäten besitze, mehrmals Reifeprüfungen auf dem dafür notwendigen Niveau abgelegt haben sollte, könne man einen solchen Blick in die Zukunft wagen. Noch befindet sich das Paar in der Lernphase; Rothenberger selbst nimmt sich davon nicht aus. „Ich möchte als Reiter kein Handicap sein“, sagt er selbstkritisch. Soll heißen: einem willigen Pferd nicht im Weg stehen. „Bei Cosmo musste man nur einen Euro reinschmeißen, und dann ging’s los.“ Der mögliche Nachfolger des „explosiven Genies“ brauche noch deutlich mehr Unterstützung.

Von Vorteil könnte im Frankfurter Feld für Rothenberger sein, dass Fendi nicht zu den sensiblen Bewegungskünstlern gehört, die sich schnell ablenken lassen. Denn die kleinen Nikoläuse, die in der weihnachtlichen Atmosphäre des Adventsturniers am Viereck die der Orientierung dienenden Buchstaben bewachen, haben schon manchen Auftritt gestört. Während des Jahres verstaubten die Figuren auf dem heimischen Dachboden, erzählt Turnierleiter Matthias Rath. Jetzt wurden sie aber wieder herausgeputzt, um bis Sonntag mit den grazilen Pferden im Viereck und den sprunggewaltigen Kollegen im Parcours um die Wette zu glänzen.

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