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So sind die Frankfurt Skyliners dem Abstieg geweiht

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Von: Timur Tinç

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Komplett enttäuscht: Will Cherry (l.) und Lorenz Brenneke.
Komplett enttäuscht: Will Cherry (l.) und Lorenz Brenneke. © Joachim Storch

Nach dem 61:67 gegen Würzburg gibt es wenig, was für den Klassenerhalt der Frankfurter Basketballer spricht / Verantwortliche versuchen, positiv zu bleiben

Will Cherry stemmte die Hände in die Knie und schüttelte den Kopf. Rasheed Moore zog sich kurz das Trikot hoch und verzerrte das Gesicht. Die anderen Spieler der Frankfurt Skyliners standen einfach nur mit leeren Gesichtern auf dem Parkett der Ballsporthalle. Und selbst die Durchhalteparolen der Verantwortlichen wirkten eher halbherzig denn wirklich überzeugt nach der 61:67-Niederlage am Mittwochabend gegen Würzburg in der Basketball-Bundesliga (BBL).

„Jetzt ist es noch schwerer, als es eh schon war“, fasste Marco Völler, Manager Sport, korrekt zusammen. Es war die achte Niederlage in Folge für die Hessen vor 1467 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Ballsporthalle. Der Rückstand auf den Tabellen-16. Würzburg beträgt für die Skyliners nun nicht nur vier Punkte, sie haben nun auch den direkten Vergleich gegen die Unterfranken nach dem 83:78-Sieg dort verloren. Zwar stehen noch elf Partien für die Hessen aus, aber der gestrige Auftritt machte wenig Hoffnung, dass die Skyliners auch nur noch irgendein Spiel in der BBL gewinnen werden. Die Frankfurter Korbjäger sind dem ersten Abstieg der Vereinshistorie geweiht.

Die Leistung war noch schlechter als in den Spielen davor, wo die Hessen zumindest zeitweise besser oder über weite Strecken auf Augenhöhe mit ihren Gegnern agierten, ehe sie regelmäßig einbrachen. Gegen Würzburg wirkte die Mannschaft von Diego Ocampo von Beginn an völlig von der Rolle. Offensiv ging gar nichts, zur Halbzeit lag das Team bereits mit 25:44 zurück.

„Wir standen in der ersten Halbzeit völlig neben uns. Da hat man auch nicht den Willen gesehen, sich da rauszukämpfen“, analysierte Völler. In der zweiten Halbzeit fand er die kämpferische Leistung in Ordnung, das zeige auch die nur 25 zugelassenen Punkte. Aber in der zweiten Hälfte gab es nur einen einzigen Moment, in dem die Skyliners hätten rankommen können. Als zunächst Will Cherry (sieben Punkte) und danach der am Dienstag verpflichtete Marcel Ponitka (sieben) jeweils einen Dreier beim Stand von 47:56 daneben warfen. Da hätten die Skyliners die Partie nochmal eng machen können. Sie scheiterten aber wie schon das ganze Spiel über an ihrer Treffsicherheit von Außen. Nur acht von 35 (!) Dreierversuchen fanden ihr Ziel.

Spieler werden schlechter

„Am Ende ist das der Unterschied, ob du triffst oder nicht“, sagte Ocampo. „Wir werfen ohne Selbstbewusstsein.“ Wie will er nun den Spieß doch noch umdrehen? „Wir wollen und müssen weiterkämpfen. Wir werden dafür bezahlt.“

Ob das als Motivation ausreicht nach einem Negativerlebnis nach dem anderen, darf bezweifelt werden. Zu viele Spieler sind einfach komplett von der Rolle. Angefangen von Kapitän Quantez Robertson, der selbst einen offenen Dreier nicht mal in Ringnähe brachte, über den eigentlichen Leader Cherry, der nur zwei von 14 Würfen traf, bis zu Brancou Badio, der von Spiel zu Spiel schlechter wird.

Am Sonntag (15 Uhr) müssen die Skyliners nach Braunschweig. Eventuell könnte Center Jamel McLean nach seiner Corona-Erkrankung zurückkommen. Doch auch das wird nicht bedeuten, dass die Skyliners von jetzt auf gleich besser spielen. „Wir müssen positiv bleiben“, forderte Marco Völler. Dafür müssten die Skyliners aber mal ein Spiel gewinnen. Danach sieht es beim besten Willen nicht aus.

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