skyliners_231120
+
Wie groß ist der Teamgedanke bei den Skyliners derzeit?

Basketball

Skyliners schon früh im Krisenmodus

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
    schließen

Frankfurts Cheftrainer Sebastian Gleim bemängelt fehlenden Teamgedanken bei einigen nach klarer Pleite in Oldenburg. BBL-Legende Rickey Paulding knackt 7000-Punkte-Marke.

Schon vor dem Saisonstart war klar, dass es für die Skyliners enorm schwer werden würde. Erst Meister Berlin, dann Branchenprimus Bayern München und am Samstag ging es gegen Oldenburg zu einem weiteren Top-Team der Basketball-Bundesliga. Doch das die Skyliners gegen keinen der Gegner auch nur in die Nähe gekommen ist, um die Spiele ansatzweise knapp zu halten, zeigt, dass die Hessen momentan nicht konkurrenzfähig sind. In Oldenburg zogen die Skyliners mit 69:87 den Kürzeren. In Berlin setzte es eine 66:79-Pleite, gegen die Bayern hieß es am Ende 52:75.

Vor allem offensiv ist das Spiel der Skyliners viel zu statisch. Kaum ein Spielzug wird richtig ausgespielt. Leistungsträger wie Quantez Robertson oder Matt Mobley hängen in einem Loch. Beste Werfer am Samstag waren Kamari Murphy (16 Punkte) und Konstantin Konga (14 Punkte). Auf der Gegenseite erzielte Keith Hornsby in 18 Minuten alleine 28 Zähler. Oldenburg-Legende Rickey Paulding sorgte für einen Meilenstein und knackte die 7000-Punkte-Marke. Nur Michael Jackel (10789 Punkte) hat mehr in der BBL. „Wir wussten um die Stärken der Oldenburger und dass es nicht einfach würde, aber dennoch hatten wir uns mehr vorgenommen. Wir sind im Spiel nicht besser geworden“, sagte Cheftrainer Sebastian Gleim.

Die Chancenlosigkeit der Skyliners hat vielfältige Gründe. Erstens ist der Kader Sparmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie und der wirtschaftlichen Sparmaßnahmen nicht stark genug aufgestellt. Vor allem auf den großen Positionen. Zweitens kämpft der Klub mal wieder mit Verletzungsproblemen. Nach Richard Freudenberg (Reha nach Fuß-OP) müssen die Skyliners auch längerfristig auf Youngster Bruno Vrcic verzichten, der sich eine Schultergelenksverletzung zugezogen hat und mindestens drei Monate ausfällt. Zudem fehlt seit zwei Wochen Spielmacher Emmanuel Lecomte, der schon in der Vorbereitung wegen einer Rippenfraktur drei Wochen pausieren musste.

Drittens hat die knapp einwöchige Quarantäne wegen vermeintlich positiver Corona-Fälle die Hessen in ihrem Entwicklungsprozess zurückgeworfen. Da ist es gut, dass jetzt die Länderspielpause folgt und die nächste Partie in Ulm erst am 2. Dezember ansteht. Drittens, und das ist viel gravierender, scheint es auch interne Störungen zu geben. „Man muss klar sagen, dass einige nicht verstanden haben, was das Wort Team bedeutet. Das wird ein großes Thema für uns sein“, sagte Sebastian Gleim am Samstagabend. Schon nach dem Spiel gegen München hatte der Cheftrainer Matt Mobley dafür kritisiert, dass er seine Enttäuschung zu sehr nach außen getragen habe. „Das geht nicht“, hatte Gleim gesagt. Offenbar ist aber nicht nur Mobley das Problem, wenn Gleim von „einigen“ spricht.

Der 36-Jährige hat also jede Menge Arbeit vor sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare