Kann dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken: Der Frankfurter Joe Rahon (r.) gegen Jaleen Smith. dpa
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Kann dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken: Der Frankfurter Joe Rahon (r.) gegen Jaleen Smith. dpa

Frankfurt Skyliners

Skyliners fehlt der letzte Punch

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Frankfurt Skyliners verlieren auch das zweite Spiel des BBL-Finalturniers knapp mit 77:80 gegen Ludwigsburg. Den hessischen Basketballern fehlt in der entscheidenden Phase die Qualität.

Sie waren mal wieder kurz davor. Kurz davor, endlich diesen Hügel vor der Ziellinie zu überwinden und ein knappes Spiel zu gewinnen. Doch die Frankfurt Skyliners sind in dieser Spielzeit wie ein Bergläufer, dem auf den letzten Metern jedes Mal die Puste ausgeht. So auch im zweiten Spiel des Finalturniers der Basketball-Bundesliga in München am Dienstagnachmittag gegen die Riesen Ludwigsburg. 77:80 hieß es nach 40 Minuten aus Sicht der Hessen. Am Sonntag hatten sie gegen Alba Berlin mit 72:81 verloren, wobei das Ergebnis nicht ganz den engen Spielverlauf widergespiegelt hat. „Ich bin auch heute kein unzufriedener Trainer“, sagte Cheftrainer Sebastian Gleim. Mit der Art und Weise des Spiels sei er einverstanden gewesen. „Alles was fehlt ist der Sieg.“ So wie immer in knappen Duellen.

Es gab in dieser Saison ein einziges knappes Spiel, das die Hessen für sich entscheiden konnten. Am vierten Spieltag gewannen sie vor heimischer Kulisse mit 83:78 nach Verlängerung gegen die Hamburg Towers. Ein ziemlich glücklicher Sieg, weil ein getroffener Wurf aus der eigenen Hälfte von Marvin Ogunsipe in der regulären Spielzeit Sekundenbruchteile zu spät kam und es so erst in die fünf Extraminuten ging. Ansonsten haben die Hessen jede Partie, die auf der Kippe stand, verloren. Drei nach Verlängerung sowie zwei Partien mit je einem Punkt.

Es mangelt dem Team keinesfalls an Kampf und Einsatzwillen, sondern es fehlt schlicht und einfach die Qualität und am letzten Punch. Die Skyliners haben nicht umsonst nur sechs Partien in der regulären Spielzeit gewonnen und lagen auf Tabellenplatz 14. Richard Freudenberg kam gestern in 25 Minuten auf keinen Zähler, Aufbauspieler Joe Rahon steuerte in 26 Minuten nur drei Punkte bei.

Die Skyliners waren immer gut wenn sie einen scorenden Point Guard hatten, Rahon ist das nicht. Der 26-Jährige war es auch, der den vorletzten Wurf der Partie vergab. Dann hatte noch Matthew McQuaid mit einem Dreier die Chance, das Spiel beim Stand von 77:79 zu entscheiden. Der 23-Jährige stand dabei aber laut den Schiedsrichtern im Aus. Ein zweifelhafter Pfiff, aber da der Wurf ohnehin daneben gegangen ist und kein Foul vorlag, hätte es am Ausgang des Spiels nichts geändert.

So stehen die Hessen am Donnerstag (16.30 Uhr) im Duell gegen Rasta Vechta früh unter Druck. Dann könnte Center Leon Kratzer ins Geschehen eingreifen, der seit seinem Muskelfaserriss im Aufbautraining ist. Allerdings wird wohl Lamont Jones ausfallen, der im zweiten Viertel mit Verdacht auf Muskelfaserriss nicht mehr weiterspielen konnte. Ihren Topscorer hätten die Skyliners in der crunchtime, der entscheidenden Schlussphase, gut gebrauchen können – wobei auch der US-Amerikaner in den engen Partien öfter daneben geworfen, als getroffen hat.

Gestern Nachmittag waren die insgesamt 17 Ballverluste der große Knackpunkt, trotz klar gewonnenem Reboundduell (39:27) und deutlich mehr Assists (21:11). Im Schlussviertel trafen beide Teams teilweise wilde Dreier. Quantez Robertson (17 Punkte) leitete das Offensivspektakel ein, die Ludwigsburger hatten aber Marcos Knight, der noch besser traf (25 Punkte).

Mehr individuelle Qualität, die den Skyliners in dieser Saison einfach fehlt.

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