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Ist gut in die Saison gestartet: Skirennläuferin Lena Dürr.
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Ist gut in die Saison gestartet: Skirennläuferin Lena Dürr.

Ski alpin

Skifahrerin Lena Dürr: „Es war echt ein Traum“

Skirennfahrerin Lena Dürr spricht im Interview über ihren plötzlichen Aufschwung und den Kontakt zur Weltspitze im Slalom.

Frau Dürr, zweimal Dritte, einmal Fünfte – haben Sie schon realisiert, was Ihnen gelungen ist?

Noch nicht ganz. Aber jetzt habe ich ein bisschen Zeit daheim (der nächste Slalom findet erst Ende Dezember statt; Anm. d. Red.). Mit ein bisschen Abstand kann man alles noch besser einordnen. Aber es war echt ein Traum.

Was war wichtiger: Ihr erster Podestplatz im ersten Levi-Rennen? Oder der zweite am Tag darauf und auch am vergangenen Wochenende der fünfte Platz in Killington als Bestätigung?

Emotionaler war schon der erste Tag. Aber es ist immer gut, wenn man gleich nachlegen kann. Das zweite Rennen in Levi war kein Stress mehr für mich. Ich habe gedacht, wenn es am Samstag funktioniert hat, warum soll es dann am Sonntag nicht mehr funktionieren.

Sie haben von einer ewigen Reise gesprochen, auf der Sie meist zwar zur erweiterten Weltspitze gehört haben, aber der letzte Schritt eben nie gelingen wollte. Gab es da mal Gedanken, es ganz sein zu lassen?

Man hadert. Die Momente gab es sicher, in denen man sich dachte, ich lebe den Sport, tue alles dafür und komme einfach nicht ran an die Vorderen.

Vor drei Jahren sind Sie sogar aus dem Kader geflogen, mussten sich selbst auf die Saison vorbereiten.

Da habe ich extrem viel gelernt. Ich habe meine Ski selbst hergerichtet, musste mich mit dem Material noch mehr beschäftigen als zuvor. Außerdem musste ich mir ein Team suchen, an das ich mich im Training anschließen konnte.

War das auch Motivation, es den Zweiflern zu beweisen?

Ich würde schon sagen, dass es dieses Jetzt-erst-recht ausgelöst hat. Ich hatte damals die Entscheidung zwar nicht verstanden, aber im Nachhinein betrachtet zehre ich von den Erfahrungen immer noch. Ich denke oft daran zurück, wie ich an die Dinge damals herangegangen bin. Das hilft mir heute noch.

Zur Person

Lena Dürr , 30, gehört mit zu den großen Überraschungen der bisherigen alpinen Weltcupsaison. Nach drei Slalomrennen belegt sie Platz drei in der Disziplinwertung, ist so gut und so konstant wie noch nie in ihrer schon sehr langen Karriere. (FR)

Sie haben oft im Herbst gesagt, mit einem guten Gefühl in die Saison zu starten, sind dann aber schnell wieder in alte Verhaltensmuster verfallen. Was haben Sie dieses Mal in der Vorbereitung anders gemacht?

Vielleicht hat geholfen, dass ich mein Konditionstraining ein bisschen verändert habe. Auf dem Programm standen viele Schnellkraftübungen, um flinker und spritziger in den Beinen zu werden, und viel Training für Rumpf und Oberkörper, dass ich stabiler bleibe. Ich habe auch einen neuen Servicemann. Wir sind einen Schritt mit dem Material weitergekommen. Das gibt einem vielleicht die letzte Sicherheit am Start, das auch unter einem alles passt, also Ski und Schuh.

Es heißt, dass auch Disziplintrainer Georg Harzl eine wichtige Rolle für Ihre Entwicklung spielt. Können Sie beschreiben, was mit ihm anders geworden?

Das Problem war eher, dass es in den vergangenen Jahren viele Wechsel gegeben hat. Das ist nicht leicht, weil man sich immer neu einstellen musste. Mit Markus Lenz als Co-Trainer und Harzi passt es ganz gut. Aber ich denke, am Ende liegt es an mir. Ich bin klarer geworden, kenne meine Aufgaben, sehe meine Stärken, aber auch, woran ich noch arbeiten muss. Es ist immer gut, wenn der Trainer weiß, wie er mit dir umgehen muss. Aber wenn du dann selbst nicht weißt, wie du es umsetzen kannst, dann ist es ganz egal, wer da am Hang steht.

Es gehört eine große Portion Beharrlichkeit und Geduld dazu, wenn man so lange wie Sie durchgehalten hat. Würden Sie das als Ihre Tugend bezeichnen?

Auf jeden Fall. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann bleibe ich dran. Und da kann ich wahrscheinlich auch manchmal ein bisschen zu stur sein.

Einen eigenen Weg zu gehen, zeichnet sehr gute Skirennläufer und Skirennläuferinnen ja aus.

Das glaube auch. Den eigenen Weg bin ich gegangen – und damit mitunter angeeckt. Aber wenn man erfolgreich sein will, muss man manchmal mehr bei sich bleiben und nicht so sehr den Weg der anderen gehen oder zu oft links und rechts schauen. Auch wenn es nicht der direkte Weg ist. Ich habe darüber auch mit Wolfi (Alpinchef Maier; Anm. d. Red.) in Levi geredet.

Der hatte ja nicht mehr geglaubt, dass Sie noch einen Podestplatz im Slalom schaffen.

Er meinte, ich sei viele Umwege gegangen. Aber vielleicht musste es genau so sein.

Interview: Uli Baum

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