1. Startseite
  2. Sport

Sieg in der Nachspielzeit

Erstellt:

Kommentare

Jubel in letzter Minute: Leon Müller wird von Jake Hirst und Ahmed Azaouagh (von links) beglückwünscht. Imago Images
Jubel in letzter Minute: Leon Müller wird von Jake Hirst und Ahmed Azaouagh (von links) beglückwünscht. Imago Images © IMAGO/Beautiful Sports

Dem FSV Frankfurt gelingt das Saisondebüt durch ein 1:0 gegen Balingen. Von Robin Kunze.

Es war gegen 16 Uhr am Samstagmittag, als die FSV-Anhänger die Ränge am Bornheimer Hang verließen. Ihre Mannschaft, die zuvor beim Auftakt in die neue Regionalliga-Spielzeit den TSG Balingen mit 1:0 (0:0) bezwungen hatte, wurde mit Applaus in die Kabine verabschiedet. Zwei Fans schlenderten danach ruhigen Schrittes aus dem Block. „Und, was sagst du?“, wollte der eine wissen. „Naja, drei Punkte sind drei Punkte“, antwortete der andere. Ein Satz, der eigentlich Futter fürs Phrasenschwein bedeutet, der aber auch zeigt: Die Supporter des FSV Frankfurt wissen, woher der Klub kommt und welche Erwartungen aktuell realistisch sind.

Nach dem in der vergangenen Spielzeit verhinderten Abstieg und einem personellen Umbruch war nicht zu erwarten, dass die Mannschaft von Trainer Tim Görner Wunderdinge zeigen würde. Zwar begannen die Gastgeber engagiert, doch wurden die Angriffsbemühungen regelmäßig zunichte gemacht durch Stock- und Abspielfehler, die nicht alle auf das ramponierte Geläuf zurückzuführen waren. Es war offensichtlich, dass die Abläufe in der Offensive zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch nicht verinnerlicht waren.

Defensiv hinterließ der FSV jedoch einen sehr soliden Eindruck. „Gegen den Ball waren wir extrem giftig, die ganze Mannschaft fand schnell ins Gegenpressing“, lobte später Görner.

Nach rund zwanzig Minuten stellten die Balinger von Vierer- auf Dreierkette um und fanden so besser in die Partie. Obwohl der FSV mehr Strafraumaktionen hatte, gehörte den Gästen die beste Gelegenheit der ersten Hälfte. Insgesamt bot sich den 1226 Zuschauenden eine Halbzeit auf mäßigem Niveau mit nur wenigen Torchancen.

Der zweite Durchgang wurde nicht wirklich ansehnlicher. Die rund 35 Ultras aus dem Fan-Block sowie die Fans auf der Haupttribüne versuchten immer wieder, ihre Elf lautstark nach vorne zu peitschten. Einen echten Aufwind brachte allerdings erst ein Dreifachwechsel in der 68. Minute. Görner nahm Seokmin Park, Giorgio del Vecchio und Miguel Costa de Figueiredo vom Feld und brachte stattdessen Tim Weißmann, Amid Khan Agha und Kyle Cameron Walter Spence.

Speziell der bullige wie wendige Spence belebte das Angriffsspiel durch seine Dribblings. Er riss Löcher in den Balinger Abwehrverbund, doch diese blieben ungenutzt. So ging es mit einem 0:0 in die Nachspielzeit. „Zu hundertzehn Prozent“ habe Görner selbst da noch an einen Sieg geglaubt. „Und auch die Mannschaft hat bis zum Schluss an sich geglaubt“, betonte der Trainer nach der Partie. Allen voran der ebenfalls eingewechselte Jihad Bouthakrit, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus dem Mittelfeld heranrauschte, einen Rückpass abfing und dann im Strafraum nur noch durch ein Foul von Torwart Marcel Binanzer zu stoppen war. Den Strafstoß verwandelte Leon Müller nervenstark zum Siegtreffer (90.+2). Kurz drauf war Schluss.

Auch interessant

Kommentare