NBA

Sensationeller Doncic auf den Spuren von Jordan

Mit dem Selbstverständnis eines Superstars hat Luka Doncic die Dallas Mavericks zum Ausgleich in der Play-off-Serie gegen die Los Angeles Clippers geführt.

3,7 Sekunden stehen auf der Uhr, als Luka Doncic den Ball erhält. Der Starspieler der Dallas Mavericks sprintet los, Finte nach rechts und links, plötzlicher Schritt nach hinten, dann drückt er ab. Die Sirene schrillt, der Kommentator brüllt: "Bang, Bang". Und das Netz explodiert.

Der Buzzerbeater des Nachfolgers von Dirk Nowitzki zum 135:133 n.V. gegen die Los Angeles Clippers raste um die Welt. Die Performance von Doncic mit 43 Punkten, 17 Rebounds und 13 Assists war einfach nur atemberaubend. Statt in der Play-off-Serie mit dem Rücken zur Wand zu stehen, bringen die Mavs die Meisteranwärter aus Kalifornien nach dem Ausgleich zum 2:2 in echte Gefahr.

"Ich kann meine Gefühle nicht erklären", sagte Doncic, als er aus der Jubeltraube seiner Teamkollegen wieder aufgetaucht war. Im Netz verneigten sich längst LeBron James, Stephen Curry und Co. "Es war eines der besten Gefühle, das ich jemals als Spieler hatte", fügte Doncic an: "Einfach etwas Besonderes."

Doncic, dem der deutsche Nationalspieler Maximilian Kleber in der entscheidenden Szene Clippers-Star Kawhi Leonard geschickt vom Leib hielt, ist für diese besonderen Momente gemacht. Als er 2018 mit 19 Jahren von Real Madrid in die USA wechselte, hatte er in Europa schon alles abgeräumt, was es an Titeln und persönlichen Auszeichnungen so gibt. Etliche NBA-Experten hatten dennoch Zweifel, ob er sein Spiel auch in der weltbesten Basketball-Liga ähnlich dominant durchdrücken kann. Er kann, und wie.

"Er sieht das Spiel nicht in 5G, sondern in 6G", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle: "Der Auftritt war von einem anderen Planeten." Doncic ist der neue Superstar, seine Leistung gegen die Clippers lieferte er trotz einer lästigen Knöchelblessur ab. Und trotz des verletzungsbedingten Fehlens von Kristaps Porzingis, dem zweiten Anführer der Mavericks.

Die Statistiker tauchten sofort in die Geschichtsbücher ab. Laut ESPN ist es nur einem weiteren Athleten gelungen, mehr als 40 Punkte in den Play-offs aufzulegen und dann auch noch das Spiel in der Schlusssekunde zu drehen: Michael Jordan. Doncic dürfte eine ganze Reihe von Rekorden knacken, wenn er sein jetziges Level halten kann.

Doch der 2,01 Meter große Spielmacher lebt im Jetzt, seine volle Konzentration gilt den außergewöhnlichen Play-offs in der "Blase" von Orlando, er will die Clippers in der Erstrundenserie knacken. Doncic weiß, dass er dafür weiter zaubern muss. (sid)

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