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Hosenmatz: Marius Wolf reagiert nach einer vergebenen Chance.
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Hosenmatz: Marius Wolf reagiert nach einer vergebenen Chance.

Bundesliga-Relegation

Seebär Funkel auf der Suche nach der magischen Formel

  • vonAndreas Morbach
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Dem 1. FC Köln droht nach der Heimpleite gegen Holstein Kiel der siebte Bundesliga-Abstieg

Die Mitteilung des Kieler Matchwinners Simon Lorenz an den unterlegenen Erstligisten klang fast ein bisschen frech. Zwar betonte der 24-Jährige, sein Treffer zum 1:0-Sieg in der Domstadt sei „jetzt noch nicht viel wert“. Um einiges offensiver interpretierte er dafür den vermeintlich gewaltigen Erschöpfungsgrad im eigenen Team. Das Relegations-Hinspiel am Mittwoch war für die unfreiwilligen Quarantäne-Spezialisten aus dem Unterhaus die zehnte Partie in den letzten 34 Tagen. Der höherklassige Gegner trat im selben Zeitraum gerade halb so oft an. Doch Torschütze Lorenz, der aus Buchen in der Rhein-Neckar-Region stammt, sagte: „Für mich ist es ganz normal, dass wir in drei Tagen wieder spielen.“

Der Körper gewöhne sich „ein Stück weit“ an die dauernde Belastung, berichtete der gelernte Verteidiger – und blickte entsprechend munter auf das entscheidende Duell mit den Kölnern am frühen Samstagabend: „Mir ist es egal, ob wir am Samstag, Sonntag oder in einer Woche spielen.“ Die frischen Erlebnisse im Stadtteil Müngersdorf verliehen seinen Sätzen dabei sicher zusätzlichen Schwung. Schließlich hatte Lorenz die Partie in der WM-Arena von 2006 nach einer Stunde entschieden: Mit einem Kopfballtor, das ihm nach einem gewonnenen Luftduell mit FC-Kapitän Jonas Hector im Anschluss an eine Ecke gelang – und das exakt 19 Sekunden nach seiner Einwechslung.

Schlecht verteidigt

Kölns Sport-Geschäftsführer Horst Heldt fasste sich in dem Moment entsetzt an den Kopf. Für seinen Klub war es schließlich schon das 18. Gegentor bei Standards in dieser Saison – denn so gut, wie sie selbst in dieser Disziplin sind, so schlecht verteidigen die Rheinländer solche Situationen häufig auch. Von dieser Abwehrschwäche konnte selbst der Mitte April als Rettungssanitäter engagierte Friedhelm Funkel, ein anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet, die Kölner nicht vollständig kurieren. Obwohl sein Team bei Hertha BSC und gegen Schalke zuletzt zwei Mal zu Null spielte.

Funkel bleibt gelassen

„Das müssen wir auch gegen Kiel schaffen – wir dürfen kein Gegentor fangen“, lautete Funkels Mantra vor der Partie. Der Plan ist misslungen, und deshalb ist der 67-jährige Übungsleiter in der kurzen Zwischenphase bis zum Gegenbesuch an der Ostsee nun auf der Suche nach einer magischen Formel, die den siebten Bundesliga-Abstieg des Geißbockklubs doch noch verhindern soll.

Ein Problem, das die Kölner schon während der gesamten Saison begleitet – ihr lahmendes Offensivspiel – wurde gegen Kiel allerdings erneut deutlich. Weil Mittelstürmer Sebastian Andersson nur bedingt einsatzfähig war und erst einmal auf der Bank saß, schickte Funkel – auch aufgrund fehlender Alternativen – Mittelfeldmann Hector in den Angriff. Unterstützung in dieser Rolle bekam der Leitwolf des FC am Tag vor seinem 31. Geburtstag dabei immer wieder von Ondrej Duda. Entsprechend fehlten den Gastgebern dadurch jedoch Kreativität und Überblick im Spielaufbau.

Und so offenbarte sich in Köln eine verkehrte Fußball-Welt: Der Erstligist war sehr bemüht, erzielte bei all dem Aufwand aber keinen Ertrag. Während der hoch effektive Zweitligist im entscheidenden Augenblick zur Stelle war. Doch Funkel wäre nicht Funkel, ginge er die komplizierte Aufgabe im Rückspiel – vor 2350 Zuschauern – nicht mit dem Habitus eines erfahrenen Seebären an. „Das Ergebnis vom Mittwoch kann mich weder schocken noch zufriedenstellen“, sagte er zunächst mal seelenruhig, ehe er betonte: „Die Qualität und die Möglichkeiten, diesen 0:1-Pausenrückstand wettzumachen, haben wir.“

Erste Hinweise, auf welchen Plan seine innere Klausur hinauslaufen könnte, servierte der vollbärtige Coach, der am Sonntag wieder in seinen für sieben Wochen unterbrochenen Ruhestand zurückkehren wird, auch schon. Zum einen, so seine Forderung, müsse man die Kieler vor mehr Probleme stellen – und zudem die eigenen Standards besser nutzen. „Da waren wir relativ ungefährlich, haben zu viele Bälle leichtfertig vergeben“, monierte Funkel. Und das soll das Team, das in der Liga 41 Prozent seiner Tore nach Ecken und Freistößen erzielte, beim Showdown im hohen Norden auf jeden Fall besser machen.

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