Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stänkert, weil einer nagelt: BVB-Trainer Marco Rose. Foto: dpa
+
Stänkert, weil einer nagelt: BVB-Trainer Marco Rose.

Hat die Bundesliga keinen Bock mehr?

Schnecken. Alles nur Schnecken. Überall

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

Warum sich der FC Bayern schon gemütlich zurücklehnen kann - die humpelnden „Jäger“ straucheln in Mannschaftsstärke. Nur einer „nagelt“. Eine Glosse.

Es hat ja durchaus Überlegungen gegeben, wie man die Bundesliga ein klitzekleines bisschen spannender machen und verhindern könnte, dass der FC Bayern seine 87. Meisterschaft in Folge einsackt. Sogar der scheidende DFL-Chef Christian Seifert hat sich den Kopf zerbrochen, die Aufhebung der 50+1-Regel, eine Deckelung des Gehalts und anderes ist erörtert worden. Selbst Covid-19 und eine gewisse Impfskepsis haben die Bayern nicht in ihrem Lauf aufgehalten, doch auf diese Idee wie jener Scherzkeks im Netz, ist keiner gekommen; Man sollte, schrieb er, doch einfach Florian Kohfeldt die Bayern trainieren lassen.

Das ist jetzt sehr böse, was kann der Trainer Florian Kohfeldt denn dafür, dass der von ihm angeleitete VfL Wolfsburg sechs Spiele hintereinander verliert?

Viel böser ist eigentlich, dass kaum einer im Zusammenhang mit der Meistersalatschüssel vom Tabellenzweiten spricht (ganz zu schweigen vom -dritten, -vierten, -fünften). Borussia Dortmund heißt er, sechs Punkte Abstand hat er. Und wenn einer über Borussia Dortmund spricht, ist das Didi Hamann, grauer Pulli, weiße Sneaker, warmes TV-Studio, und er spricht nicht, sondern „er nagelt“. Findet Marco Rose, der Trainer des schwarz-gelben „Bayern-Jägers“, und jemand, der hochgradig verärgert ist über den Didi Hamann, weil der als TV-Experte immer so böse Sachen sagt über den tollen BVB, etwa, dass die hochqualifizierte und -bezahlte Truppe nicht besonders gut Fußball spielt, sogar schlecht, wenn Erling Haaland nicht mitmacht und selbst gegen den schlechtesten Klub seit Tasmania Berlin selig, SpVgg Greuther Fürth, einen Elfmeter zur Führung und 82 Minuten bis zum 2:0 braucht. Rose fand das despektierlich. Der BVB sei die einzige Mannschaft die laut, deutlich und in aller Öffentlichkeit sage, den Bajuwaren den Platz an der Sonne streitig machen zu wollen. Klappt halt nicht.

Bayer vergurkt ein 2:0

Außerdem, barmte der Coach, der international mit der Borussia bangen muss, wenigstens ins Achtelfinale der Europa League einziehen zu dürfen (während die Bayern eine Etage höher eine Spazierfahrt nach Salzburg machen dürfen), habe er nie die komplette Elf beisammen. Patrik Wasserziehr, auch der Fieldreporter soll hier nicht fehlen, sagt, Hamann „nagelt“ nicht, er sage „seine Meinung“.

Grundsätzlich aber sind die „Bayern-Jäger“ im Augenblick nicht gerade in bestechender, angsteinflößender Verfassung. Selbst BVB-Versteher Rose räumt ein, in der jetzigen Form „sicherlich keine Chance“ zu haben, die Bayern „vom Thron zu stoßen“, Bayer „Vize“ Leverkusen ist es auch nicht, und RB Leipzig schon mal gar nicht. Erstaunlich ist doch, dass dem Dritten volle zwölf Punkte bis zu Tabellenplatz eins fehlen, aber nur elf Zähler bis Platz 16. Das sagt im Grunde alles über die Konstanz der „Bayern-Jäger“ aus. Die Verfolgung der einsamst Kreise ziehenen Bayern ähnelt einem Schneckenrennen. Zumal keine Mannschaft in der Liga Spiele so schön vergurkt wie Bayer Leverkusen, auch gegen die TSG Hoffenheim - übrigens potzblitz Tabellenvierter und damit, hüstel, „Bayern-Jäger“ - reichte ein 2:0-Vorsprung am Ende nicht zum Sieg. Schon am Sonntag in Frankfurt verjuxten sie ein 2:0 und kassierten im Stadtwald sogar noch fünf Treffer.

Und dass die Nach-Nagelsmann-Zeit in Sachsen schwer werden würde, wer hätte das nicht gedacht, Jesse Marsch ist bereits Vergangenheit, Domenico Tedesco muss erleben, dass bisweilen ein FC Augsburg für dieses Leipzig eine Hürde zu hoch ist. Anders als in Dortmund, „nagelt“ niemand mehr am Cottaweg.

In der Form, in der die Bayern momentan sind, ist sogar die Meisterschaft drin. mit sid/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare