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Eine Familie für Geflüchtete

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Von: Jürgen Streicher

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Großer Bahnhof: Ulrike Spitz und Harald Stenger überreichen den Scheck im Namen der Schlappekicker-Aktion der FR an Makkabi-Präsident Alon Meyer und Vorstandsmitglied Boris Schulman.
Großer Bahnhof: Ulrike Spitz und Harald Stenger überreichen den Scheck im Namen der Schlappekicker-Aktion der FR an Makkabi-Präsident Alon Meyer und Vorstandsmitglied Boris Schulman. © Renate Hoyer

Der FR-Schlappekicker unterstützt Makkabi mit 3500 Euro Sonderförderung für die Ukraine-Flüchtlingshilfe.

Es wimmelt nur so von Menschen in der Lobby des Hotels im Frankfurter Westend. Ein Hin und Her, die Unruhe fast greifbar. Gestrandete, aber auch Hoffnungsvolle, dass es irgendwie weitergeht. Mittendrin Boris Schulman und Alon Meyer, man spürt, dass bei ihnen unsichtbare Fäden zusammenlaufen. Die beiden Männer vom jüdischen Turn- und Sportverein Makkabi haben viel dazu beigetragen, den Menschen eine kurzfristige Insel der Sicherheit zu bieten. In der Lobby, im Speiseraum und in vielen Zimmern des Hotels in der Savignystraße. Eines von sieben Hotels, die auf Initiative von TuS Makkabi Raum für aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine geflüchtete Menschen zur Verfügung stellen. Für das intensive Engagement und für weitere Projekte in der Ukraine-Flüchtlingshilfe übergaben Ulrike Spitz und Harald Stenger vom Vorstand der FR-Aktion „Schlappekicker“ am Freitag dem Verein eine Sonderförderung in Höhe von 3500 Euro.

Boris Schulmann ist Frankfurter. Seit vielen Jahren, er war ein kleiner Junge, als er aus seinem Geburtsort Czernowitz in der Westukraine nach Deutschland kam. Aber die Familienbande sind eng, Schulman spricht Ukrainisch und Russisch, es war fast klar, dass er zum federführenden Mittelsmann wurde, als Hilfe dringend gefordert war. Als Makkabi-Präsidenten aus vielen Ländern Europas, unter ihnen Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland und Makkabi Frankfurt, binnen Stunden nach Kriegsbeginn eine Art Task Force formten, um Menschen aus der Ukraine zu holen. Bis heute haben Alon Meyer und sein ehrenamtliches Team mit ihrer vorbildlichen und unbürokratischen Hilfe 450 Menschen in Frankfurt untergebracht, in privaten Unterkünften und in Hotels. Ein wichtiges Detail der Aktivitäten ist auch das Sammeln und Verteilen von Kleiderspenden. Mehr als 1000 Mensch konnten die Makkabi-Netzwerker bei der Flucht unterstützen.

In Deutschland ist Frankfurt ein Zentrum, TuS Makkabi hat rund 2400 Mitglieder in 27 Abteilungen, sie nennen sich „eine Familie“. Die nun Menschen hilft, die Hilfe benötigen, Unterschiede machen sie da nicht. Der Sport verbindet, schafft Begegnungen und baut kulturübergreifend Brücken für ein friedvolles Miteinander, ein wichtiger Baustein der Makkabi-Philosophie. „Gemeinsam aktiv sein!“ Die Idee ist auf der Homepage des Vereins aktuell unterlegt mit dem Blau-Gelb der ukrainischen Flagge. Sie wird zur Aufforderung mit dem Satz „Sport für alle – Willkommen bei Makkabi“. Dass sie Integration aktiv vorleben wollen, folgt darunter in russischer und in ukrainischer Sprache.

Sport als Ablenkung

Von den immer gleichen Fragen der Gestrandeten, nach Wohnung, Schule, Deutschkurs, Arbeit, die Boris Schulman so gut es geht beantwortet, kann der Sport ein wenig ablenken. Ukrainische Kinder können das Sportangebot des Vereins kostenlos nutzen, Fußball natürlich, Taekwondo, Schwimmen, Krav Maga Kids. Jetzt baut Makkabi ein Bürogebäude im Tennis & Squash Park zum Sportraum um. Das Angebot soll vielfältig sein. Yoga, Mutter-und-Kind-Kurse oder auch Senioren-Gymnastik – die 3500 Euro aus der „Schlappekicker-Sonderförderung für Ukraine-Flüchtlingshilfe“ sind da eine schöne Hilfe. (Jürgen Streicher)

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