Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Treue Fans des 1.FC Kaiserslautern. dpa
+
Treue Fans des 1.FC Kaiserslautern. dpa

KOMMENTAR

Scherben in der Pfalz

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
    schließen

Der 1. FC Kaiserslautern tauscht mal wieder wichtiges Personal aus. Der Drittligist marschiert mit strammen Schritten in Richtung Regionalliga, dafür hätten die treuen Fans mehr verdient.

Der 1. FC Kaiserslautern ist, wiewohl tief gesunken, noch immer ein Verein mit einem beachtlichen Wumms. Ablesen lässt sich das etwa an der Popularität des FCK-Fanblogs www..der-betze-brennt.de., der auf Platz zwei der republikweit reichweitenstärksten Fußball-Websites steht. Ein Drittligist hinter einem Blog des Zweitligisten Hamurger SV und vor allen Bundesligaklubs. Beachtlich!

Ebenso beachtlich, allerdings mal wieder im negativen Sinne, ist die sportliche Situation der Pfälzer, deren Misswirtschaft in die Insolvenz führte, ehe mit frischen elf Millionen Euro Investorenkapital der Neuaufbau des Fritz-Walter-Klubs geplant wurde. Die Konkurrenz zürnte, weil der Schuldenschnitt einen vermeintlichen Wettbewerbsvorteil bedeutete. Entsprechend ging der Traditionsklub mit viel Geld und wenig Hirn ambitioniert in die Saison.

Stattdessen wurde just der zweite Trainer der Saison geschasst und der dritte Übungsleiter geholt, mit Marco Antwerpen diesmal einer aus der Schublade „harter Hund“. Dass jetzt Antwerpen ohne Zutun des somit komplett derangierten Sportdirektors Boris Notzon gesucht und gefunden wurde, sagt einiges über den Stellenwert, den sich Notzon in seiner dreieinhalbjährigen Tätigkeit erworben hat. Es ist ein wahrer Jammer.

Die Mannschaft pflügte beim 0:1 gegen Wehen Wiesbaden derart ungeordnet über den einem Rübenacker gleichenden Betzenberg Richtung Regionalliga, dass dem ehemaligen Weltschiedsrichter Markus Merk auf der Tribüne ganz schummrig wurde. Jetzt versucht der Sprecher des Aufsichtsrats mit den Kollegen den nächsten Scherbenhaufen zusammenzukehren und wirkt dabei ähnlich überfordert wie sämtliche FCK-Verantwortliche, seit „Atze“ Friedrich, Robert Wieschemann und Otto Rehhagel anfingen, den sensationellen Titelgewinn 1998 im Fortgang in kollektiver Hybris zu demolieren,

Dabei ist der 1. FC Kaiserslautern nach wie vor ein Verein mit einer wunderbaren Anhängerschaft und einer Kraft, von der Erstligisten wie etwa der rheinland-pfälzische Nachbar Mainz 05 weit, weit entfernt sind, Aber abgesehen vom HSV gibt es wohl keinen zweiten deutschen Fußballklub, der in der Lage wäre, sich ähnlich konsequent und regelmäßig zu zerlegen, wie es die Roten Teufel nun schon seit zwei Jahrzehnten einem nach wie vor republikweit interessierten Publikum demonstrieren.

Die sportliche Konsolidierung unter Stefan Kuntz, als der FCK vor zehn Jahren Platz sieben in der Bundesliga erreichte, ehe er ein Jahr später als Tabellenletzter abstieg, führte in eine Phase denkbar unglücklichen Scheiterns im Aufstiegsrennen, verbunden mit einer zusehends angespannten Finanzsituation, die schließlich in der Insolvenz mündete und dem großen harten Kern der Fans nun schon das dritte Jahr Dritte Liga beschert.

Dass eine ruhmreiche Vergangenheit eine ruhmlose Zukunft bis hinunter in die Regionalliga keineswegs ausschließt, zeigen betrübliche Beispiele wie Kickers Offenbach, Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen, die allesamt ebenfalls eine Insolvenz nicht zu einem erfolgreichen Neuanfang nutzen konnten.

In Kaiserslautern müht man sich gerade mal wieder mit den gängigen Mittelchen aus der nicht ganz kostengünstigen Apotheke, um der Fallsucht Herr zu werden. Neuer Trainer, neuer Innenverteidiger - und in letzter Minute noch ein Mann mit einem Namen; Felix Götze, Bruder von WM-Finaltorschützen Mario Götze, kommt auf Leihbasis vom FC Augsburg. Geld genug scheinen sie in der Pfalz noch zu haben. Hoffentlich nicht bis zur nächsten Pleite.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare