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Schlägt zurück: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. dpa
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Schlägt zurück: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. dpa

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Scheingefecht um Superliga

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Wer meinte, die Fan-Proteste im April hätten die Super League endgültig verhindert, irrte. Es tobt ein juristischer Kampf um den umstrittenen wie lukrativen Wettbewerb.

Noch kein halbes Jahr ist es her, da atmete die Fangemeinde des Fußballs erleichtert auf. Was Mitte April auf den Straßen und Plätzen vor den Stadien (hauptsächlich in England) als Protest begann, mündete noch am selben Abend in einer einzigen Party. Sie, die Fans, das einfache Fußballvolk, hatten die Pläne der mächtigen Anführer, der großen Vereine aus England, Spanien und Italien, gestoppt. Die Super League war gescheitert – so schien es jedenfalls für einen kurzen Moment. Ein astreiner Trugschluss.

Folgende juristische Auseinandersetzungen zwischen Klubs und dem europäischen Dachverband, verbale Attacken, Festhalten am Projekt – all das zeigt, dass das Thema trotz des krachenden Scheiterns längst nicht vom Tisch ist. Die Büchse der Pandora, die im April geöffnet wurde, lässt sich derzeit nicht schließen.

Zwar distanzierten sich die Engländer (öffentlich) ob des Riesenprotest vor den eigenen Stadiontoren von ihrem einstigen Vorhaben, drei andere Schwergewichte des europäischen Klubfußballs aber zucken nicht zurück, nicht vor den Fans, nicht vor den Sanktionsandrohungen der Uefa: Juventus Turin, Real Madrid und der FC Barcelona machen einfach weiter, sie wollen sich die Megakohle schlicht nicht durch die Lappen gehen lassen, auch weil sie auf riesigen Schuldenbergen hocken und ihnen die fremdfinanzierten Engländer und der Katar-Klub Paris St. Germain weiter enteilen.

Taktieren der Uefa

Die Uefa verkündete nun also, nicht weiter gegen das uneinsichtige Trio vorgehen zu wollen. Eine richterliche Androhung aus Spanien, wonach Anklage gegen Uefa-Präsident Aleksander Ceferin erhoben werden könnte, bremste sie aus. Vorerst jedenfalls.

Beim Scheingefecht mit den Abtrünnigen hat die Uefa den Rückzug angetreten, den juristischen Sieg über die verbliebenen Super-League-Initiatoren aber peilt der Verband natürlich weiterhin an. Am Dienstag brachte der Slowene seine Anwälte in Stellung, um zum Gegenschlag auszuholen. Ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) soll her und alsbald klären, ob die Liga für die Superreichen eine Zukunft haben kann oder nicht. Die Uefa, na klar, hofft darauf, dass dem nicht so ist und ihre Champions League durch einen Richterspruch zu ihren Gunsten geschützt wird. Gar könnte der Verband durch ein für ihn positives EuGH-Urteils weitere Restriktionen für das Trio folgen lassen. Präsident Ceferin würde diese wohl genüsslich einfordern.

Es ist ein erneutes Ringen um Macht in einer absurden Fußballwelt, in der plötzlich die Uefa auf der Seite der Fans steht – allein das sollte Warnsignal genug sein.

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