Karl-Heinz Rummenigge (M), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, gibt im Anschluss an ein Treffen der Fußball-Clubs im Airport Center am Frankfurter Flughafen ein Statement ab.
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Karl-Heinz Rummenigge (M), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, gibt im Anschluss an ein Treffen der Fußball-Clubs im Airport Center am Frankfurter Flughafen ein Statement ab.

Fußball-Bundesliga

Rummenigge erhöht Druck auf die Zwerge

Rückendeckung für Präsident Fritz Keller beim DFB.

Karl-Heinz Rummenigge hat das „G15“-Gipfeltreffen im Profifußball zu harschen Worten an die vier nicht eingeladenen Klubs sowie Mahnungen an den DFB genutzt. „Den Solidarpakt haben nicht wir gebrochen. Die vier Bundesligisten und die zehn Zweitligisten haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen. Ich glaube, wir sind gut beraten, keine Impulspapiere durch die Republik zu schicken, was bei anderen Klubs passiert ist“, sagte der Vorstand von Bayern München am Mittwoch am Frankfurter Flughafen mit Blick auf das Vorgehen der vier kleinen Erstligisten FSV Mainz 05, VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und FC Augsburg sowie von zehn Zweitligisten.

Diese Klubs würden Druck auf das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga machen, um eine Veränderung in der Geldverteilung zu erreichen. „Wir wollen das nicht“, betonte Rummenigge ausdrücklich. „Aber in der Vergangenheit ist ja aus so manchem Saulus noch ein Paulus geworden“, äzte der Bayern-Boss und führte aus: „Wir haben leider eine Problematik, dass wir rund 200 Millionen Euro weniger Einnahmen national und knapp 100 Millionen weniger internationale Einnahmen haben. Das heißt zum ersten Mal seit langer, langer Zeit werden alle 36 Klubs weniger in der Tüte haben“, ergänzte er.

Bei dem dreistündigen Treffen ging es laut Rummenigge auch um die Krise beim Deutschen Fußball-Bund. „Wir haben großes Interesse daran, dass der DFB als Dachverband wieder in ruhiges Fahrwasser kommt“, sagte der Münchner Spitzenfunktionär. Man unterstütze den vom Verbandspräsidenten Fritz Keller eingeleiteten Reformprozess. Rummenigge sieht auch das Image der Nationalmannschaft als „verbesserungswürdig“ an.

Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig kritisierte im ZDF Rummenigges Vorgehen: „Es hat den Anschein, dass kritische Geister ferngehalten werden sollten. Wenn das der neue Stil ist, der über den FC Bayern transportiert werden soll, dann kann uns um die Solidargemeinschaft Angst und Bange werden. Ich halte das für ein wirklich unglückliches Zeichen in dieser schweren Zeit. Es wäre klüger gewesen, diejenigen, an denen man sich reibt, mit an den Tisch zu bitten.“ Zumal diese „konstruktive Vorschläge vorgelegt“ hätten, „um die Bundesliga wieder spannender zu machen“. Er halte den „egoistischen Alleingang“ das auch deshalb für bedenklich, weil noch beim Re-Start im Mai Demut propagiert worden sei.

Eintracht Frankfurts Sportchef Fredi Bobic verteidigte das Treffen: „Die Bayern sind Branchenprimus und müssen da auch vorangehen.“ Es würden noch weitere Treffen folgen. „Und ich bin mir sicher, dass dann der eine oder andere Verein noch dazu stoßen wird.“ (sid/dpa/jcm)

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