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Stinksauer: Uefa-Boss Aleksander Ceferin in in Montreux.
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Stinksauer: Uefa-Boss Aleksander Ceferin in in Montreux.

Überraschende Benennung in Uefa-Exekutive

Rummenigge als Retter in der Not

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Kann der Bayern-Boss die tiefen Gräben zwischen der Super League und der Uefa zuschütten? Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ist da optimistisch.

Es ist eine echte Überraschung, und es könnte eine Überraschung sein, die die tiefen Gräben zwischen der Uefa und den zwölf abtrünnigen Gründern der Super League wieder zuschüttet. Karl-Heinz Rummenigge ist als neues Mitglied in das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa aufgenommen worden. Der Vorstandschef des FC Bayern München zog am Dienstag in Abwesenheit als Vertreter der Europäischen Club-Vereinigung ECA in das Gremium ein. Er folgt auf den Italiener Andrea Agnelli, der wegen des Streits um eine neue Super League den Posten räumen musste.

Über Agnelli ist der Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, besonders enttäuscht. Denn der Juve-Boss war es führend, der die Uefa gedrängt hatte, ab 2024 100 Spiele in der Champions mehr auszutragen, um das Geld zu mehren, nur, um dann in einer schäbigen Geheimoperation hinter dem Rücken der Uefa die Super-League-Pläne voranzutreiben. Mit hochrotem Kopf schimpfte der Ceferin deshalb lauthals über den „schändlichen, egoistischen und von Gier getriebenen“ Alleingang der zwölf Rebellen. Menschen, die den Fußball lieben, werde „ins Gesicht gespuckt“, tobte Ceferin am Montagabend.

Tags darauf hatte sich der Uefa-Boss etwas beruhigt, die Tatsache, dass Rummenigge im Uefa-Exko an seine Seite tritt („Ich bin ihm extrem dankbar“), könnte dazu beigetragen haben. Ceferin jedenfalls gab sich beim Uefa-Kongress in Montreux auch versöhnlich in Richtung des „dreckigen Dutzend“: „Es ist nicht zu spät, die Meinung zu ändern, jeder macht Fehler. Tut es für all die, die den Fußball lieben.“

Der ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht in Rummenigge nun eine der Schlüsselpersonen, „um für die abtrünnigen Klubs Brücken zurück zur Uefa zu bauen“, Denn Rummenigge sei sowohl für Agnelli als auch mit Ceferin eine Vertrauensperson, sagte Grindel auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Die hervorragenden Italienischkenntnisse des Bayern-Bosses könnten laut Grindel zur Befriedung der Situation sehr hilfreich sein. „Rummenigge kann eine ganz wichtige Scharnierfunktion einnehmen.“ Grindel glaubt auch, dass zumindest einige der zwölf Klubs, davon sechs aus England, erkennen werden, „dass sie die sportpolitische Situation völlig falsch eingeschätzt haben“.

So forderte Großbritanniens Premierminister Boris Johnson in einem Gastbeitrag für die „Sun“ bereits ultimativ die „Rote Karte“ für das Projekt. Die Fanproteste auf der Insel sind zudem überwältigend.

Auch Liverpool-Coach Jürgen Klopp, dessen Arbeitgeber zu den Abtrünnigen gehört, traute sich, recht geschickt zu formulieren. „Ich habe es schon 2019 gesagt: Nein, ich denke nicht, dass es eine großartige Idee ist.“

Rummenigge findet, statt eine neue Gelddruckmaschine zu erfinden, „ sollten alle Vereine in Europa solidarisch daran arbeiten, dass die Kostenstruktur, insbesondere die Spielergehälter und die Honorare für die Berater, den Einnahmen angepasst werden, um den gesamten europäischen Fußball rationaler zu gestalten“.

Damit argumentiert er ganz im Sinne von DFL-Boss Christian Seifert, der den Klubführungen der Super-League-Vereine zu einem großen Teil die wirtschaftliche Kompetenz absprach. „Einiger dieser Klubs sind ganz schlecht gemanagte Geldverbrennungsmaschinen“, sagte er bei Sky Sport News: „Ihnen ist es nicht im Ansatz gelungen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, und sie haben mehrere Hundert Millionen Euro Schulden.“

Mit Blick auf die Einführung der Super League erwartet Seifert, so die Revoluzzer nicht noch zurückziehen: „Der Weg dahin wird sehr lang und sehr steinig und gepflastert sein von beinharten juristischen Auseinandersetzungen. Dieser Kampf kann unter Umständen auch schmutzig werden. Am Ende werden Gerichte entscheiden.“

Lob hatte der Ligachef für Bayern München und Borussia Dortmund parat. „Dass sie sich zur Bundesliga bekannt haben und nicht bei der Super League an Bord gegangen sind, ist ein starkes Signal. Einige Klubs haben sich abgehoben von der Realität und den Wurzeln des Fußballs.

Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl kritisierte insbesondere Florentino Perez, Präsident von Real Madrid und designierter Vorstandsvorsitzender der Super League, für dessen Aussagen scharf: „Wenn ich jetzt das Zitat von Herrn Perez höre, der Plan sei alternativlos, weil es 2024 diese Vereine wegen Corona nicht mehr geben würde, dann weiß ich nicht, ob das jetzt der Klub der Superreichen ist oder der Klub der Super-Verschuldeten.“ jcm/dpa/sid

Als Diplomat gefragt: Karl-Heinz Rummenigge, Bosss des FC Bayern.

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