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Handball-Umbruch

Rücktritt ohne Krönung: Uwe Gensheimer beendet Karriere im Handball-Nationalteam

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Mit dem Abschied von Uwe Gensheimer aus der Nationalmannschaft verliert der deutsche Handball einen ganz Großen - der im DHB-Team nie seine volle Blüte entfalten konnte. Der Kommentar.

Frankfurt – Ein Blick in die Augen reicht. Das war auch bei Uwe Gensheimer nicht anders, als er am Finaltag der Europameisterschaft 2016 in der Lobby des Mannschaftshotels in einem Krakauer Industriebezirk saß - und wartete. Er lächelt, er freute sich aufrichtig für seine Kollegen, die sich kurz zuvor völlig überraschend die EM-Krone aufgesetzt hatten. Wie es in ihm wirklich aussah, verrieten einzig seine traurigen braunen Augen. Für ihn, den Kapitän, hatte das Schicksal während der EM in Polen nur die Rolle des Glücksbringers, des Maskottchens vorgesehen. Ein Muskelfaserriss in der rechte Wade bedeutete schon vor Turnierstart das persönliche Aus.

Fünfeinhalb Jahre ist das nun schon her. Der ganz große Wurf ist den deutschen Handballern und damit auch Uwe Gensheimer seither nicht mehr geglückt. Die Mission Gold bei den Olympischen Spielen in Tokio scheiterte vor zehn Tagen bereits im ersten K.o.-Spiel. Die Niederlage gegen Ägypten war zugleich der Abpfiff für Gensheimers Nationalmannschaftskarriere, die er am Donnerstag (12.08.2021) nach 202 Länderspielen als alleiniger Rekordtorschütze (972) auch offiziell für beendet erklärte.

Uwe Gensheimer: Konsequenter Abschied vom Handball-Nationalteam

Es ist dies ein logischer, ein konsequenter Abschied. Der einst beste Linksaußen der Welt war in der deutschen Mannschaft längst nicht mehr der beste. Nicht mal mehr auf seiner angestammten Position, die ihm schon zu Jahresbeginn bei der WM in Ägypten Marcel Schiller streitig machte. Allzu oft sah sich der mittlerweile 34-Jährige an der Seitenlinie wieder, hockte draußen, motivierte, feuerte an. Ein guter Kapitän. Einer, der seine Führungsrolle annahm und lebte, auch abseits des Parketts.

Einer seiner letzten Würfe für Deutschland: Uwe Gensheimer beim Siebenmeter im Spiel gegen Ägypten.

Seine Leistungsschwankungen gaben zuletzt aber immer wieder Anlass zur Kritik. Stark in der Bundesliga, schwächer in der Nationalmannschaft. Aber warum nur? Zu viel Druck von außen? Oder macht er sich ihn vielleicht selbst? Was, fragte sich Handball-Deutschland immer wieder, ist nur mit Uwe Gensheimer los?

Uwe Gensheimer
Geboren26. Oktober 1986 Mannheim
Länderspiele202
Tore 972
Wurfhandrechts

Uwe Gensheimer: Die internationale Handball-Bühne verliert einen Großen

Im Verein, ob bei den Rhein-Neckar-Löwen oder zwischenzeitlich bei Paris St. Germain, lieferte er Topleistungen ab. In seinen 16 Jahren in der Nationalmannschaft war das nicht immer so. Für Handball-Ikone Stefan Kretzschmar ist der Fall klar: „Ich glaube, dass Uwe die Kapitänsbinde hemmt. Er ist ein Freigeist, ein Künstler, der auf dem Spielfeld machen können muss, was er will – ohne permanent noch den Laden zusammenhalten zu müssen. Er macht sich zu viele Gedanken.“

Vielleicht liegt „Kretzsche“ damit gar nicht mal so falsch. Vielleicht ist es gar der verhinderte EM-Triumph von 2016, dem Gensheimer seither hinterhertrauerte und -jagte. Sei’s drum. Eines ist sicher: Die internationale Handball-Bühne verliert einen ihrer ganz Großen. (Jörg Hanau)

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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