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Gemeinsam auf dem Rasen: Ilkay Gündogan und Marco Reus. Imago images
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Gemeinsam auf dem Rasen: Ilkay Gündogan und Marco Reus. Imago images

Nationalmannschaft

Reus und Güdogan: Die dritte, vierte und fünfte Chance

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Kapitän von Borussia Dortmund und der Taktgeber von Manchester City sollen bei der DFB-Auswahl endlich eine tragende Rolle einnehmen. Das ist der Wunsch von Hansi Flick.

Der Ball bleibt manchmal in einer der Pfützen hängen beim ersten Training unter dem alten Bekannten Hansi Flick in Stuttgart. Marco Reus, 32, und Ilkay Gündogan, 30, mischen mit Volldampf mit. Aber auch die Zweifel spielen mit. Werden die beiden Unvollendeten es schaffen, ihre komplizierten DFB-Karrieren freudvoller fortzusetzen, als das in der Vergangenheit der Fall war? Am Abend zuvor haben sie sich eine Weile unterhalten. „Man hat das Gefühl, dass man irgendwo das gleiche Schicksal hat“, berichtet Gündogan tags darauf.

Es gibt erstaunliche Parallelen in den Karrieren von Reus, Borussia Dortmund, und Gündogan, Manchester City. Beide müssten Kraft ihrer Talente eigentlich viel mehr als 44 (Reus) und 49 (Gündogan) Länderspiele aufs Konto geschaufelt haben. Aber ihre Körper versagten regelmäßig den Dienst.

Reus verpasste so die Turniere 2014 und 2016. auf die EM 2021 verzichtete er zur Regeneration, bei der EM 2012 war er meist nur Ersatzmann. Schon als junger Kerl musste der Offensivallrounder dem Ex-Bundestrainer Joachim Löw viermal verletzungsbedingt absagen. Das Pech klebte an Sehnen, Muskeln, Gelenken.

Gündogan blieb 2012 ohne Einsatz, 2014 und 2016 fehlte er verletzt (Stauchung Wirbelsäule, Luxation der Kniescheibe, Kreuzbandriss). Bei der WM 2018 stand er nach der Erdogan-Affäre und bösen Pfiffen deutscher Fans komplett neben sich. 2021 fand er viel zu selten Bindung zum Spiel. Beim Aus im Achtelfinale in England wurde er noch nicht einmal mehr eingewechselt.

Die Karrieren von Reus und Gündogan im DFB-Team sind also ausbaufähig. Reus, zweimal Fußballer des Jahres (2012, 2019), zweimal Weltklasse in der „Kicker“-Rangliste (2013, 2014), und Gündogan, Premier League Spieler des Monats im Januar und Februar 2021, zweimal „Kicker“-Weltklasse (2013 und 2021), bekommen von Bundestrainer Hansi Flick die dritte, vierte, fünfte Chance.

Lob vom Bundestrainer

„Marco Reus ist für mich einer der besten Spieler im letzten Drittel“, begründet Flick die Rückholaktion nach fast zwei Jahren DFB-Pause. Auch mit Gündogan hat er ein intensives Gespräch geführt, um diesen zu überzeugen, von einem Rücktritt abzusehen. „Ich habe Wertschätzung gespürt und freue mich auf einen Neuanfang“, sagt Gündogan. „Ich hatte nie den Gedanken zurückzutreten“, sagt Reus.

Aber finden beide wieder einen Platz im Team? Gündogans Platz scheint erst einmal durch Leon Goretzka besetzt, die Position von Reus hinter den Spitzen ist für Thomas Müller vorgesehen. Auch Gündogan würde lieber weiter vorn spielen. Bei der EM fühlte er sich sichtlich unwohl auf der Doppelsechs neben Kroos. Die Achter oder Zehnerposition die „ich fast ausschließlich im Verein spiele“, sieht er als bessere Option für eine glückliche Zukunft in der Nationalmannschaft.

Der Rücktritt von Kroos, glaubt Gündogan, „macht Platz für andere, noch mehr Verantwortung zu übernehmen und dominanter zu agieren.“ Er meint damit auch sich selbst. Seine Fähigkeiten als präzise Passmaschine sind über viele Zweifel erhaben, er hat sie im DFB-Team aber zu selten auf Touren bekommen. Erst einmal, sagt Gündogan, sei er „glücklich und stolz, weiter Mitglied einer Mannschaft zu sein, „die es nicht geschafft hat, ihr Potenzial bei den letzten beiden Turnieren abzurufen“. Dass das wieder gelingt, sieht auch Marco Reus als seine Aufgabe an: „Ich fühle mich frisch und fit.“ Während der EM habe es „gut getan, mal die Seele baumeln zu lassen“. Jetzt hat es sich ausgebaumelt.

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