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7500 Euro plus Dienstwagen: Franz Reindl hat gut verdient im DEB-Ehrenamt.
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7500 Euro plus Dienstwagen: Franz Reindl hat gut verdient im DEB-Ehrenamt.

Eishockey

Reindl am Pranger

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Franz Reindl will Präsident beim Eishockey-Weltverband werden - das verkündet er mitten im Ärger um seinen DEB-Verdienst fürs Ehrenamt

Franz Reindl hätte sich auch bis 30. Juni Zeit lassen können, wenn die Frist endet, um die Kandidatur zum Präsidenten der International Ice Hockey Federation (IIHF) einzureichen. Er hat es vorgezogen und am Wochenende zum Abschluss der Eishockey-WM in Riga erklärt: Er würde es machen wollen. Der 66-jährige Garmisch-Partenkirchner strebt das höchste Amt im Welteishockey an, im September wird in St. Petersburg gewählt.

Die Verkündung seiner Kandidaturabsicht war auch eine Reaktion auf die Geschehnisse der vorangegangenen Woche und einer größeren Veröffentlichung im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Reindl sagt, er wolle nicht den Eindruck erwecken, er ziehe zurück.

Worum geht es? Um das, was Franz Reindl beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) verdiente, vor allem in den Jahren seit 2014, als er Präsident und eigentlich Ehrenamtler wurde. 7500 Euro brutto im Monat, Dienstwagen. Über die „DEB Eishockey-Sportgesellschaft mbH“, an der Vermarkter Infront beteiligt war.

„Macht mit betroffen“

Auslöser der Geschichte ist „ein Auskunftsbegehren dreier eishockeyspezifisch eher kleinerer Landesverbände, das gleichzeitig DEB und ,Spiegel‘ zugegangen ist“, so Reindl. Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen wollen Einblick in Verträge. Eine „präsidiumsseitige Informationsverpflichtung“ erkennt Reindl an, dennoch werde zu prüfen sein, „inwieweit die offensichtlich persönliche Kampagne gegen mich verbandsschädigend oder persönlichkeitsverletzend ist“. Reindl findet, es sei nie etwas verborgen und auf Mitgliederversammlungen des DEB jede Frage beantwortet worden.

Reindl zu seiner Laufbahn im DEB, die 1991 begann und ihn in diverse Positionen bis zum Interimsbundestrainer brachte: „Mein Beruf ist Eishockey. Seit 1994 bin ich ununterbrochen Geschäftsführer der GmbH, die unser Instrument ist, um Großveranstaltungen zu organisieren und Analysen zu erstellen. Seit 2014 bin ich zusätzlich ehrenamtlich als Präsident des DEB tätig. Voraussetzung, um ein Ehrenamt ohne Entschädigung ausüben zu können, ist aber: Man muss ja auch von etwas leben.“ Mit der GmbH hatte Reindl die Heim-Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017 organisiert. „Der Vertrag endete am 1. August 2020. Seitdem erbringe ich auch diese Leistung in der GmbH ehrenamtlich. Die Fakten sind klar, wir haben nichts zu verbergen. Die Leistungen sind umfangreich und erfolgreich erbracht worden.“

2014 entschloss sich Franz Reindl zu einer Kandidatur als DEB-Präsident, wirtschaftliche und sportliche Lage waren unter seinem Vorgänger Uwe Harnos dramatisch schlecht. Der Verband gilt nun als saniert, Erlöse wurden in die sportliche Entwicklung investiert. Dass gerade in der WM-Woche mit ihren positiven Nationalmannschafts-Schlagzeilen eine solche Geschichte dringt, „macht mich betroffen“. Auch wenn sie in Riga und bei der IIHF nicht diskutiert wurde.

Einziger Bewerber darum, vom Schweizer Rene Fasel die Führung des Eishockey-Weltverbandes zu übernehmen, ist Franz Reindl nicht. Sein Interesse bekundete auch Petr Briza (56). Der Tscheche war als Torhüter des EV Landshut in den 90er-Jahren sehr populär, seit 17 Jahren managt er seinen Heimatverein Sparta Prag.

Briza und Reindl sind seit Langem befreundet. „Und es werden bis 30. Juni noch andere Kandidaten kommen“, glaubt Reindl.

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