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Die Footballer der Frankfurt Universe komen im Mai zurück.

Frankfurt Universe

Universe sind schuldenfrei

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Das Insolvenzverfahren gegen den Frankfurter Football-Bundesligisten wird eingestellt.

Ein formaler Akt steht für Thomas Rittmeister in seiner Funktion als Insolvenzverwalter der Frankfurt Universe noch aus. Er wird in den kommenden sieben bis zehn Tagen das vorhandene Geld an die Gläubiger ausbezahlen und anschließend die Einstellung des Insolvenzverfahren beantragen. „Die wichtigste Hürde ist genommen. Der Insolvenzplan ist rechtskräftig und unumstößlich“, sagte Rittmeister am Mittwoch. Vor zweieinhalb Wochen hatten sich rund 50 Gläubiger des Football-Bundesligisten mit Rittmeister am Amtsgericht Offenbach getroffen und seinem Insolvenzplan zugestimmt. Da niemand innerhalb der 14-tägigen Frist Einspruch eingelegt hat, kann der Verein nach Monaten der Ungewissheit endlich nach vorne schauen.

„Ich bin sehr erleichtert. Jetzt können wir endlich die Weichen für die Zukunft stellen und haben die GmbH bald in der eigenen Hand“, sagte Alexander Landsiedel, der im November zum Präsidenten des Vereins AFC Frankfurt Universe gewählt wurde. In knapp zwei Wochen sollen die drei neuen Geschäftsführer die Geschicke der zuvor insolvent gegangenen Frankfurt Universe Betriebs-GmbH (FUB) übernehmen: Arnoulf Keil, Alexander Korosek und Danny Zeidler.

„Als erstes geht es für uns darum, einen vernünftigen Spielbetrieb in der GFL1 sicherzustellen“, erklärte Keil. Am 5. Mai starten die „Men in purple“ gegen die Allgäu Comets in die neue Spielzeit. Bis dahin ist viel zu tun. Spieler- Trainer- und Sponsorenverträge müssen geschlossen und vor allem das Vertrauen der Fans und Unterstützer zurückgewonnen werden, die vergangenes Jahr verprellt wurden. Denn eines haben sich die Verantwortlichen auf die Fahne geschrieben: Es soll nicht mehr Geld ausgegeben werden als eingenommen wird.

Dafür haben Keil und seine Kollegen einiges an Vorarbeit geleistet. Mit vielen Spielern bestehen bereits Abmachungen, die, wenn die neuen Geschäftsführer handlungsfähig sind, in Verträge münden sollen. Auch einige Sponsoren habe man an der Angel. „Wir stehen nicht mit leeren Händen da“, sagte Keil.

Mit Transparenz und Leidenschaft soll die Football-Begeisterung in Frankfurt wiedererweckt werden. Ein so turbulentes Jahr wie das Jahr 2018 soll es unter keinen Umständen mehr geben. 1,5 Millionen Euro Schulden hatte die FUB angehäuft, im Frühjahr musste die GmbH Insolvenz anmelden. Mit einer Ausnahmegenehmigung durfte der Klub in der German Football League (GFL) antreten, bekam aber vier Punkte abgezogen und eine Geldstrafe in Höhe von 8500 Euro aufgebrummt. Trotz allem schaffte es das Team von Brian Caler bis in den German Bowl und schrammte nur wegen eines vergebenen Fieldgoals am Titel vorbei. Schon der Finaleinzug hatte heftiges Murren an den seriös arbeitenden Football-Standorten ausgelöst, während in Frankfurt offensichtlich nicht vorhandenes Geld für teure ausländische Profis rausgeworfen wurde.

Auch FSV kann hoffen

Fast 500 Gläubiger hatten sich im Zuge des Insolvenzverfahen bei Thomas Rittmeister gemeldet. Sie werden nun einen verschwindend geringen Betrag der ausgeschütteten Quote erhalten. Zudem hat Rittmeister die Anfechtungsansprüche der Universe in Höhe von 70 000 Euro gegenüber dem FSV Frankfurt fallengelassen. Das Geld hatte der Regionalligist, der als Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang die Spielstätte an die Universe vermietet, erhalten, bevor die Footballer insolvent waren. Rittmeister konnte jedoch den Vorwurf, die Fußballer hätten von der prekären finanziellen Lage der Footballer gewusst, nicht nachweisen.

„Das ist das, was wir immer gesagt haben“, sagte FSV-Präsident Michael Görner. Das bedeutet für die Bornheimer, dass auch ihr immer noch nicht abgeschlossenes Insolvenzverfahren demnächst abgeschlossen werden könnte. „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren kurzfristig aufgehoben wird“, so Görner.

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