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Lucas van Berkel, der überragende Akteur bei den United Volleys.

United Volleys

Eingefangene Bisons

United Volleys gelingt die Wiedergutmachung gegen Bühl.

Lucas van Berkel weiß, wie man Titel gewinnt. Zweimal schon konnte er das Double aus Pokal und Meisterschaft holen – 2015 in Schweden mit seinem damaligen Verein Linköpings VC und 2017 in der Schweiz mit Volley Amriswil. Auch mit der kanadischen Nationalmannschaft schnuppert der Mittelblocker an großen Erfolgen, den Triumph in der Weltliga verpasste er 2017 nur knapp (3.). Als er im vergangenen Sommer zu den United Volleys wechselte, waren die Titelambitionen des Frankfurter Volleyball-Klubs daher wichtig. Was er jedoch nicht wusste: Wird er viel Spielzeit bekommen? Auf seiner Position schien das große deutsche Talent Tobias Krick als Nummer eins gesetzt zu sein. Doch gespielt hat Krick bisher für den Bundesligisten kaum. Kurz nach dem Saisonstart musste der 20 Jahre alte Nationalspieler wegen chronischer Rückenbeschwerden eine Pause einlegen. Noch immer ist Krick außen vor – und Lucas van Berkel der unumstrittene Stammspieler in der Netzmitte.

Wie wichtig der 2,10 Meter große Hüne für die Frankfurter ist, verdeutlichte er wieder am Samstagabend. Beim überraschend klaren 3:0 (25:19, 25:21, 26:24) gegen die Bisons Bühl war der Kanadier an allen Ecken des Parketts präsent: Ihm gelangen vor 1600 Zuschauern vier Blocks, er servierte per Flatter-Aufschlag drei Asse und punktete sechsmal am Netz – insgesamt also 13 Zähler, eine beachtliche Bilanz für einen Mittelblocker. „Es ist schön, 3:0 gewonnen zu haben, um unser Selbstvertrauen etwas zu erhöhen“, sagte van Berkel in Anspielung an die blamable 1:3-Niederlage wenige Tage zuvor beim damaligen Tabellenletzten Giesen. Zwar fehlte den Frankfurtern auch gegen Bühl die Souveränität, speziell der einst überragende Moritz Karlitzek wirkte weiter verunsichert. Doch van Berkel sah ein wichtiges „Rebound-Match“, das mental weiterhelfe. Womöglich schon am Mittwoch in der Champions League in Ankara.

Das zuletzt wechselhafte Auftreten der Frankfurter, die in Milija Mrdak ihren Topscorer (17 Punkte) hatten, beunruhigt van Berkel nicht. „Ich denke, das passiert in jeder Saison. Wir haben viele Spiele, die Auswärtsspiele sind immer hart. Das wichtigste ist, dass wir wissen, besser spielen zu können. Und das haben wir heute Abend bewiesen.“ Überraschend ohne die Neuzugänge Andreas Fragkos und Maksim Buculjevic, die nicht eingesetzt wurden. Libero Julian Zenger, Zuspieler Adam Kocian und Kapitän Sebastian Schwarz überzeugten und spielten fast durch.

Van Berkel glaubt fest daran, auch in dieser Saison wieder einen Titel gewinnen zu können. „Ich denke, wir können uns in den Play-offs noch einmal richtig steigern. Unser Ziel ist es, die Bundesliga zu gewinnen. Diese Chance gibt es definitiv.“ Allerdings warnte er vor Selbstgefälligkeit. „Jeder Gegner wird besser im Laufe der Saison, das sieht man jetzt, wenn wir das zweite Mal auf diese Teams treffen. Wir brauchen den Willen, besser werden zu wollen und hart zu trainieren. Wir dürfen nicht zufrieden sein.“

Van Berkel spricht mit ruhiger und tiefer Stimme, er lächelt oft. Der Kanadier genießt die Zeit in Frankfurt. Auch deshalb, weil ihn die Stadt an Edmonton erinnert, an seine Heimat, wo er aufwuchs. „Frankfurt fühlt sich ähnlich an. Die Einwohnerzahl ist fast gleich groß. Das ist das erste Mal, dass ich in einer größeren Stadt in Europa lebe. Toll.“ Fehlt nur noch, dass Tobias Krick wieder gesund wird. Das wünscht sich Teamplayer van Berkel. „Es ist sehr unglücklich mit Tobi, hoffentlich kommt er bald zurück.“ Denn die Chance auf einen Titel würde das sicherlich weiter erhöhen.

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